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    TheCellist.com
    Daniel Müller-Schott

    CD-Kritiken

    „He plays wide, beautifully, without
    drowning the winding outlines of
    these monologues.” Diapason

    Bach - 6 Suites

    Das Cello spricht: Vier Saiten für ein Halleluja -
    Neue Aufnahmen mit Yo-Yo Ma, Daniel Müller-Schott und Truls Mørk

    Wie anders dagegen Daniel Müller-Schott! Ohne klangrednerischen Dünkel, dafür jugendlich vermessen und doch auch wieder erstaunlich reif für sein Alter wagt sich der Münchner Vorzeige-Stipendiat der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung an Bachs Solo-Suiten. Der Ton: dunkel, mitunter gar etwas brummig, aber immer widerständig, immer mit sinnlicher Resonanz gespielt.

    Die Allemanden und Couranten nimmt Müller-Schott durchwegs flott, die Sarabanden hingegen betont bedächtig, fast schlafwandlerisch traumverloren. Und auch in die Reihenfolge der Suiten greift er beherzt ein (I, III, V, II, IV, VI), die Dramaturgie der Tonarten beim Wort nehmend: von der höfischen Eleganz in G bis zur finalen Reflexion in D, vom virtuos strahlenden C-Dur über düsterstes c-Moll und elegisches d-Moll bis hin zur orchestralen Pracht in Es. Ein kraftvoller Einstand, ein mutiges Versprechen.

    Tagesspiegel, Berlin, Christine Lemke-Matwey, 28. Januar 2001

    Kantable Dramatik

    "Cellistische Reifeprüfung: Kantable Anmut und großer Musikalischer Ernst sind die Tugenden, mit denen der junge Daniel Müller-Schott dem Prüfstein der Bach’schen Solosuiten begegnet. Der 1976 geborene Schiff-Schüler, im letzten Jahr zusammen mit Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis auf Tournee ("Back to the Future"), überzeugt hier durch einen beeindruckenden ganzheitlichen Ansatz.

    Vom agil anmutsvollen G-Dur der ersten bis hin zum leuchtkräftigen Glockenton der sechsten Suite (welcher im Übrigen hervorragend mit dem Kirchennachhall der Raumakustik korrespondiert) findet Müller-Schott für jeden Charakter eigene Tongesten. Plastisch werden die unterschiedlichen Affekte der einzelnen Sätze befragt die eine vorgegebene Grundstimmung bis in feinste Nuancen variieren; sprechend durchgestaltet klingt alles, sensibel erzählt und intelligent phrasiert. Mit bewundernswerter mentaler Kondition (Livemitschnitt!) werden musikalische Strukturen durchdrungen; auch in virtuos hoch getriebenem Tempo bleibt der Nachwuchscellist stets klar gliedernd, zeichnet Bachs lineare Kontrapunktik präzise nach.

    Vor allem in die gewichtige fünfte Suite, die auch in den Schwebungen der Tanzsätze immer eine gewisse Schwere behält, besticht hier durch nahezu philosophische Vertiefung. Höchst plastisch wird der komplexen Polyphonie des Préludes nachgespürt, darf in der improvisatorischen Allemande die Cello-Kantilene rezitativischen Freiraum ausloten. Die Übergänge zwischen den Stücken werden hier zu zentralen Bruchstellen: Im Kontrast zwischen trotzig drängender Courante todessüchtig dahinkriechender Sarabande erreicht der Zyklus sein größtes Spannungsfeld, das der junge Interpret mit beeindruckender Reife ausdramatisiert."

    Neue Musik Zeitung, Eva Katharina Klein, 12-2000/01-2001

    Reactions to Daniel Müller-Schott's new recording will depend on the degree of artistic licence one is prepared to accept in this music. This is undoubtedly the playing of a young master cellist who produces the most ravishing sound even when negotiating the technical hurdles of the final pair of suites. His playing is less physically imposing than Heinrich Schiff's, and he finds time to muse poetically on passing ideas in a way that recalls Steven Isserlis in its inspired flights of fancy. His intonation in, for example, the notorious opening Prelude of the D major Suite is earringing in its accuracy, while his control of phrasing from the most deftly articaulated sets of assymetrcal groupings to a seamless legato is redolent of a well-nigh flawless bowing technique. At first I wondered whether I was going to find this recording too interventionist in approach but ended up loving it for its impregnable command, poetic integrity and Müller-Schott's spellbinding ability to to have you hanging on to his every phrase. Everything has been beautifully recorded into the bargain, enhanced by fine notes from Nicholas Anderson and Müller-Schott himself. Something of a revelation.

    International Record Review USA, February 2001, Julian Haylock

    CD-Tipp

    "Es gehört schon einiger Mut dazu als junger Cellist, ausgerechnet im Bach-Jahr 2000 eine weitere Gesamteinspielung der sechs Solosuiten auf den Markt zu bringen. Doch der 1976 in München geborene Daniel Müller-Schott, Schüler von Walter Nothas, Steven Isserlis und Heinrich Schiff sowie Sieger des Moskauer Tschaikowsy-Wettbewerbs von 1992, besteht sein CD-Debüt glanzvoll.

    Mit schlanker Tongebung, durchdachter Phrasierung und unbedingtem Gestaltungswillen hält Müller-Schott klug die Balance zwischen anachronistischem Pathos und historisierender Mode. Jenseits aller Manierismen offenbart der Schützling und Kammermusikpartner von Anne-Sophie Mutter damit nicht nur eine ganz eigene Handschrift, sondern auch erstaunliche Reife und Tiefe des Ausdrucks."

    Fridemann Leipold, Bayern4 Klassik, 28. November 2000

    "I listened to Daniel Mueller-Schott's Bach CD with the greatest pleasure. Daniel is an incredibly talented cellist and musician, with a maturity totally unexpected for someone his age. His understanding and interpretation of the Bach Suites left me totally moved and convinced. He has all my admiration and respect, for his mastery of the instrument and his wonderful musicianship."

    Jean-Yves THIBAUDET, January 2001

    CD des Monats Januar

    "Was für ein Debüt! Daniel Müller-Schott spielt das Gipfelwerk der Celloliteratur mit Transparenz und musikalischer Intelligenz. Eine der empfehlenswertesten Aufnahmen überhaupt!"

    CD-Geschäft Ludwig Beck am Rathaus, München

    Publikum

    Alexander Farenholtz, Leiter des Kultur- und Ereignisprogrammes der EXPO 2000: "Sehr geehrter Daniel Müller-Schott, ich hätte nicht gedacht, dass es bei der Vielzahl der vorhandenen Einspielungen der Bach Solosuiten noch mal eine geben würde, die nach meinem Empfinden alles Vorherige in den Schatten stellt. Nach meinem - natürlich ganz subjektiven - Urteil ist Ihnen das gelungen. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch."

    RONDO Magazin

    Es gibt große Interpreten, deren schiere Ausdruckskraft und Virtuosität fesseln - auch wenn ihr Ton, ihr Timbre dem Ohr nicht schmeicheln. Deshalb sollte es auch mal erwähnt werden, wenn ein Cello so angenehm klingt, so sonor und doch licht, so tänzerisch und dennoch uneitel, wie hier: Daniel Müller-Schott, dieser gerade mal vierundzwanzigjährige deutsche Künstler, gibt nicht etwa zu großen Hoffnungen Anlass - er ist schon ganz da. Ich kenne kaum eine Gesamtaufnahme der sechs Bach-Suiten, die so unaufwendig elegant und tiefsinnig zugleich wäre. Quellenstudium befeuert sie, ebenso wie ein quasi-improvisatorischer Zug sie personalisiert. Auch legt Müller-Schott in seinem Spiel die roten Fäden bloß, welche sich durch diese Zyklen ziehen; er geht darin nicht ganz so weit wie einer seiner Lehrer, Steven Isserlis, der eine Suite gern in einem Zug durchspielt, ohne Pausen, wie einen einzigen Satz subtil variierter Charaktere. Aber Müller-Schott spannt über jede einen großen Bogen - oder besser: er findet denselben, denn Bach hat ihn ja konzipiert. Nur übersehen das die meisten Cellisten. Eine vorbildliche Edition, komplett mit klugen Notizen des Interpreten im Beiheft. Und selbstverständlich gilt das Lob des "angenehmen Celloklangs" auch der Aufnahmetechnik: Natürlicher geht's gar nicht!

    Thomas Rübenacker, 26. Oktober 2000