Kritiken zu den bisher erschienenen CDs von Daniel Müller-Schott
Britten Benjamin Britten
   
Mendelssohn Felix Mendelssohn
   
Shostakovich Schumann, Strauss, Volkmann, Bruch
   
Beethoven Beethoven
Cellosonaten Vol.2
   
Shostakovich Beethoven
Cellosonaten Vol.1
   
Shostakovich Shostakovich
Cello Concerts No.1 & 2
   
Bach
Gamba Sonatas
   
Johannes Brahms
Double Concerto for Violin and Cello in A minor, Op. 102
   
Elgar • Walton
Cello Concertos
   
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Klaviertrios 1&2
   
Franz Schubert
Streichquintett D 956, D 87
   
Wolfgang Amadeus Mozart
Klaviertrios in C, K.548, in E K.542, in B flat, K.502
   
Robert Schumann
Werke für Violoncello und Klavier
   
Joseph Joachim Raff
Konzerte für Violoncello und Orchester
   
Khachaturian Konzert
für Violoncello und Orchester
   

Haydn Konzerte Nr. 1 & Nr. 2
Beethoven Romanzen Nr. 1 & Nr. 2

   

Music for Cello and Piano
Debussy, Poulenc und Franck Sonaten, Ravel Habanera

   
Johann Sebastian Bach
6 Suiten für Violoncello solo
 
Britten
Kritiken: Britten CD

„Dabei vergisst man ein wenig schnell, dass Britten sie für den eloquenten Bogen von Mstislav Rostropovich geschrieben hat. Daniel Müller-Schott denkt daran, umso mehr als er sie mit dem Widmungsträger einstudiert hat. Er spielt breit, prachtvoll, ohne aber dabei jemals die kurvenreichen Konturen dieser Monologe unter einem so reichen Material zu ertränken. Dieses Cello ist kein Instrument mehr, es ist ein Kontinent !“ (Diapason d'or, Oktober 2011)

 
“Muller-Schott has all the technical resources at his deposal, and opens the First Suite with just the right weight and poise...what Schott brings to all the Suites is a sharpness and power reminiscent of Rostropovich himself...this is an impressive set.” (BBC Music Magazine, October 2011) ****
 
„Dramatically etched performances of Britten's three solo cello masterpieces.“ (The Strad, October 2011)
 
“Müller-Schott lays with honeyed and burnished tone through the three works. The gorgeous, mourning long notes of the First Suite's Lamento show his blemishless technique...The beauty of his sound makes the Shostakovich Suite No. 2 heroic, the Declamato like a RADA-trained town-crier and the Ciaconna a smooth, mesmerising snake.” (Classic FM Magazine, October 2011) ****
 
“For their consistently high technical standards and imagination, Müller-Schott's performances are as recommendable as any among recent recordings.” (Gramophone Magazine, October 2011)
 
„…Daniel Müller-Schott versenkt sich in Brittens drei Solosuiten (Orfeo). Hatte Rostropowitsch, der Widmungsträger und Uraufführer, die beiden ersten Suiten noch schwergewichig dargeboten, so setzt Müller-Schott offen auf das Tänzerische, Erzählende und Rhapsodische in diesen erst allmählich ihre Geheimnisse preisgebenden Meisterwerken. So wirkt die erste Suite wie ein Reigen schöner, dann kurioser, aber auch sarkastischer Geister. Die zweite entsteht als kompaktes Werk, kulminierend in der geradezu schwungvoll gespielten Ciaccona. Die dritte wird bei Müller-Schott zur bitteren, weit ausgreifenden klagenden Deklamation, die im Zitat russischer Volkslieder endet, als könnten sie trösten in einer Welt voller Tod und Teufel, als Britten sein Ende spürte und Rostropowitsch bereits Exilant war.“ (Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung 16.08.2011)
 
„…Anders der deutsche Cellist Daniel Müller-Schott. Er holt in seiner Gesamteinspielung aller drei Solo-Suiten von Benjamin Britten viel heraus aus der Musik, was Britten für seinen Freund Mstislaw Rostropowitsch, dem sie gewidmet sind, hineingesteckt hatte: Melancholie, Spuk, Trauer, Schmerz und Wut, aber auch die ungeheuer vitale,lebensbejahende Energie der Virtuosität (Orfeo C 835 111 A). Verhalten expressiv ist Müller-Schotts Lesart.“ (Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Juli 2011)
 
„Daniel Müller-Schott hat sich diese Musik im besten Sinn zu eigen gemacht: nämlich als Ergebnis einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit dem Notentext und mit der maßstabsetzenden Interpretation von Rostropowitsch, dem diese Musik ja auf den Leib geschrieben ist. Ohne nach dem großen Vorbild zu schielen, aber auch ohne dessen verbindliche Vorgaben zu ignorieren, ist Daniel Müller-Schott eine hoch konzentrierte Lesart gelungen, die technisch von bewundernswerter Souveränität getragen wird. Musikalisch beflügelt wird sie durch reiche Klangfantasie, prägnant herausgearbeitete Charaktere und vor allem durch die Kraft, die in der Ruhe liegt.“ (Bernhard Neuhoff, BR Klassik Leporello 08.06.2011)
 
„Wer diese Suiten spielt muss sich im Kosmos Britten’scher Spannungszustände zurecht finden. Daniel Müller-Schott hat noch bei Rostropowitsch studiert, dem Widmungsträger der drei Suiten – und er hat sich in die Klangwelt eingelebt. Technisch brillant meistert er die Klippen, beispielsweise in den zerklüfteten Fugen. Besitzt einen langen Atem in den einfachen Kantilenen, in der Introduzione der letzten Suite in c-moll. Oder legt huschende Unrast in das Marcia-Allegro aus derselben Suite hinein. Die Springbogenstellen sind heikel. Nicht für Daniel Müller-Schott. Seine Intonation ist immer sicher, der Klang rund. An manchen Stellen ordnet er die rhythmisch impulsive Kraft des Notentextes sogar eher dem Schönklang unter. Daniel Müller-Schott gelingt mit seiner Neuaufnahme aller 3 Suiten eine packende Neueinspielung. Dem Motto seines Lehrers Rostropowitsch folgend, dass der Interpret nicht nur „Botschafter des Komponisten sei, sondern vor allem versuchen müsse, die Musik im immer neuen Moment der Entstehung vorzuleben.“ (Sabine Weber, WDR 3 TonArt, 07.06.2011)
 
Mendelssohn
 
Kritiken: Mendelssohn CD
„Zwischen den „Variationes concertantes" des 20-jährigen Felix Mendelssohn, feinen Lied-Bearbeitungen („Auf den Flügeln des Gesanges", „Schilflied") und der fast halbstündigen, leidenschaftlichen zweiten Cello-Sonate des 34-Jährigen liegen Welten: Daniel Müller-Schott und Jonathan Gilad loten die Gegensätze auf ihrer CD (Orfeo) fulminant aus und machen dieses Opus 58 zum in den Ecksätzen zugleich expressiven und brillanten, auf Brahms vorausweisenden Werk. Dank ihrer musikalischen und technischen Souveränität gelingen aber auch die Lyrik des Scherzo-Satzes und die verhaltene Intensität des langsamen Satzes zauberhaft.“ (Klaus Kalchschmid, Süddeutsche Zeitung, Juli 2011)
 
„... Diese CD stellt exemplarisch das Spektrum der Kammermusik Mendelssohns dar, von der Musik für den „Familienzirkel“, wie Schumann es nannte, bis hin zur brillanten, leidenschaftlichen und formal durchgearbeiteten Sonatenform. Daniel Müller-Schott und Jonathan Gilad treten dabei mit einem inneren Gleichklang auf, wie man ihn wohl auch im Hause Mendelssohn unter den Geschwistern und Freunden antreffen konnte, die dort mit Hingabe Musik machten.“ (Hr2 Kultur, CD-Tipp Juli 2010)
 
 
Kritiken: Schumann CD
Unverwechselbar
Exceptional CD of the Month

„Ohne viel Lärm ist Daniel Müller-Schott dabei, den Rang eines unverzichtbaren Cellisten unserer Zeit zu erlangen. CDs wie jene mit den beiden Cellokonzerten von Dimitri Schostakovitch, ebenfalls bei Orfeo erschienen, zeigen einen Interpreten, der Extravaganz verabscheut und eine wohldefinierte Persönlichkeit besitzt. Ein warmer Klang, eine präzise Phrasierung und eine übernatürliche Nuancierungsfähigkeit verleihen seinen Ausführungen einen unverwechselbaren kammermusikalischen und poetischen Klang. In ihnen gibt es keinerlei Übermaß, noch Notwendigkeit die Pentagramme zu entstellen oder zu verraten, um sie emotionaler oder brillanter zu machen, wofür man in einem so eindeutig romantischen Repertoire wie diesem dankbar ist. Dies fehlt auch nicht. Es genügt, das Schumann-Konzert zu hören, um zu verstehen, dass Zurückhaltung nicht mit Ausdruck im Widerstreit steht. Der Einsatz des Cellos ist schlichtweg denkwürdig, mit einem Müller-Schott, der sein Instrument natürlich und mit Gefühl singen lässt, gestützt auf eine reiche Artikulation. Die Musik atmet und dasselbe kann man vom restlichen Programm sagen. Das selten gespielte Konzert von Robert Volkmann (1815-1883) folgt dem Schumannschen Muster fast wörtlich, betont nur seine Virtuosität. Es ist kein Meisterwerk, aber derart gespielt, vermag es zu betören, und dasselbe kann man sagen über die jugendliche Romanze von Richard Strauss. Als Schlussstück, Kol Nidrei von Max Bruch, ein Stück, das der Cellist sehr schätzt und uns daher eine konzentrierte Fassung schenkt, sehr persönlich und voller Hoffnung. Müller-Schott ist der große Hauptakteur dieser CD, aber es wäre nicht gerecht, den Beitrag von Christoph Eschenbach nicht in ihrem richtigen Maß zu würdigen, ein Dirigent mit dem Ruf, kalt und analytisch zu sein, der hier eine klare Arbeit leistet, mit klar gezeichneten Texturen, die sich in völligem Verstehen mit dem Cellisten ausdrücken. Die ausgezeichnete Aufnahme rundet schließlich eine jener CDs ab, derer man sich von Anfang bis Ende erfreut.“ (Scherzo 04/2010)

 
"Nun hat der junge Cellist das Paradestück voller leidenschaftlicher Hingabe eingespielt. Dabei hat er den besten Partner, den man sich vorstellen kann: Besonders in den gefühlvollen Gesangsstellen kommt der prachtvolle Ton des "Ex Shapiro"- Matteo-Goffriller-Cellos (1727 in Venedig gefertigt) zur Geltung. Mit warmem Klang tritt es in einen mitreißenden Dialog mit dem Orchester. Müller-Schott interpretiert das Repertoirestück ganz im Geist der Romantik mit viel Bogen und großem Ton. Ebenfalls glänzend gelingt die Einspielung des Cellokonzertes des wenig bekannten Robert Volkmann. Richard Strauss' Romanze und Max Bruchs "Kol Nidrei" komplettieren die CD, deren Qualität auch auf das hohe spielerische Niveau des NDR-Sinfonieorchesters unter Christoph Eschenbach zurückzuführen ist. Absolut hörenswerte Zusammenstellung romantischer Cellomusik!" (Fono Forum 02/10)
 
Er gehört zu den wenigen Münchner Klassik-Stars, auf dessen Neueinspielungen man mit gespannter Neugier wartet. Nach den Cellokonzerten von Schostakowitsch im vergangenen Jahr überrascht er nun mit einer kraftvollen, dennoch filigranen Ausgabe von Schumanns Cellokonzert, dazu einer auch vom NDR-Sinfonieorchester unter Leitung von Christoph Eschenbach leidenschaftlich vorgetragenen F-Dur-Romanze von Richard Strauss, einer weiteren Petitesse von Max Bruch sowie einer echten Rarität: dem Cellokonzert des Romantikers Robert Volkmann. Daniel Müller-Schott, mit dessen Cello übrigens die erste Aufnahme dieses Konzertes 1924 entstand, hat es ausgegraben und sogleich ins Herz geschlossen, wie man hören kann. (Helmut Mauro, Süddeutsche Zeitung, Dezember 2009)
 
Classical CD of the week
… Eine Aufnahme für Kenner des Cellospiels in seiner perfektesten Form.

Daniel Müller-Schotts weiches Cellotimbre und gefühlsbetontes, sensibles Spiel machen den Reiz dieser einnehmenden CD mit vier Werken der Romantik aus. Zwei davon – das Schumann-Konzert und Max Bruchs Kol Nidrei - gehören zum gängigen Repertoire, was man von Richard Strauss' Romanze und Robert Volkmanns Konzert eher nicht behaupten kann.

Doch selbst bei den vertrauten Stücken eröffnet Müller-Schott ganz neue Perspektiven tonaler Schattierung und tiefen musikalischen Ausdrucks. Seine natürliche gesangsnahe Melodieführung harmoniert perfekt mit dem Kompositionsstil Schumanns. Seine Phrasierung spannt weite Bögen, die Sätze sind elegant und mit kontrollierter Leidenschaft artikuliert, kongenial unterstützt durch die einfühlsam differenzierten Texturen des Orchesterklangs.

Strauss' Romanze von 1883 ist zwar ein frühes Werk, aber eines mit bereits klar erkennbaren lyrischen und dramatischen Zügen, die in den späteren Werken des Komponisten einen festen Platz finden sollten. Vielfach deutet sich hier bereits die brillante Orchestrierung an, wie sie in späteren Werken wie dem Rosenkavalier wiederkehrt, sowie der Einsatz melodischer Wendungen, die typisch für Strauss werden sollten.

In weiten Teilen kann es Volkmanns Konzert, im Jahre 1855 fertiggestellt, in punkto Stilsicherheit und Geschmack durchaus mit Schumann aufnehmen, ja in einigen Passagen scheint das Werk geradezu bestimmte Ideen und Vorstellungen aufzugreifen, die sich auch bei Schumann finden. Mag es auch kein so durchgängiges Hörerlebnis sein, verdankt Volkmanns Stück Müller-Schott dennoch eine inbrünstige, lebendige Interpretation. Der sanft reflexive Schlusssatz ist, nach einigen schnelleren Ausbrüchen, von genuiner Schönheit, mit einer merkwürdig grüblerischen Passage, die kurz vor der kraftvollen Schlusskadenz verklingt. Zu schade, dass Volkmann hierauf nicht verzichtet hat. Das ruhige, fragende Ende wäre weit wirkungsvoller gewesen.

Beim Werk von Bruch erinnert Müller-Schott mit seiner überzeugten Haltung und konzentrierten Hingabe unwillkürlich an den großen Pierre Fournier. Das bestätigt nur, dass wir es hier mit einer Aufnahme für Kenner des Cellospiels in seiner perfektesten Form zu tun haben. (Geoffrey Norris, The Daily Telegraph, November 14, 2009)

 
„… Müller-Schott ist zusammen mit dem NDR Sinfonieorchester eine wunderbar sangliche, brillant durchdachte und virtuos umgesetzte Interpretation dieser romantischen Cellowerke gelungen.“““ Bewertung: großartig
(Angelika Lucchesi, kulturradio 16.10.2009)
 
NDR-Kultur hat Daniel Müller-Schotts neue CD mit Schumann und Volkmann Cellokonzert vorgestellt: > mehr
 
Beethoven
 
Kritiken: Beethoven CD
Frei von Tiefsinnsgründelei
Daniel Müller-Schott und Angela Hewitt vollenden ihre erfrischende Expedition in Beethovens Cellosonatenkosmos

Beredsamkeit und Eleganz

Auch Daniel Müller-Schott, inzwischen einer der weltweit Maßstäbe setzenden jungen Cellisten, hat sich bei seiner CD-Einspielung (hyperion) mit einer außergewöhnlichen Musikerin zusammengetan für die Expedition in Beethovens Cellosonatenkosmos, mit der kanadischen Pianistin Angela Hewitt. Als Bach-Spielerin hat sie überall Furore gemacht. Ihr Spiel zeichnet immer Klarheit und Sachlichkeit aus. Bei Hewitts Beethoven in dieser höchst bemerkenswerten Aufnahme kommt noch eine Lakonie dazu, die dem ausgesprochen schönen, manchmal von elegisch-sentimentalen Gesten nicht ganz freien Cellospiel Müller-Schotts im besten Sinne "widerspricht".

Um nicht missverstanden zu werden: Daniel Müller-Schott phrasiert und artikuliert auf dem volumen- und farbenreichen Gofriller-Cello, das einst dem Altmeister Harvey Shapiro gehörte, vorbildlich, nie vernuschelt er die zahlreichen kleinen Notenwerte, die gerade zur Beredsamkeit und Eleganz der frühen Sonaten so vielfältig beitragen. Nie grummelt er konturlos in der Tiefe oder rupft die zahlreichen Sforzati aus seinem Instrument. Immer hat er, auch bei heftigstem Einsatz, Klang im Sinn, auch wenn Beethoven wie im ungeheuerlichen Adagio von Op. 102, 2 fahlste Fahlheit fordert. Müller-Schott lässt sich trotzdem nie zu Flautando-Effekten verleiten, auch im zartesten Pianissimo bleibt sein Ton körperhaft. Einsatz und Dosierung verschiedenster Vibrato-Möglichkeiten sind staunenswert und im Phrasierungszusammenhang erhellend, etwa in der hochvirtuosen g-Moll-Sonate Op. 5, 2. Was besonders für sein Spiel einnimmt, sind kraftvolle Frische, Lust an Beethovens rhythmischen und dynamischen Überraschungen und Freude am Sonaten-Gespräch mit seiner pianistisch und musikalisch so ungemein präsenten Partnerin.

Sehr gelungen sind auch die Variationszyklen mit ihrem virtuos parlierenden, unterhaltsamen Witz und den ausdrucksstarken Mollvariationen. Aber auch die beiden späten Sonaten kommen einem Ideal von Expressivität und Verständlichkeit nahe, man merkt ihnen gewissermaßen schon die Erfahrung an, die das Duo mit den drei früheren Werken machte. Dabei glückt es den Musikern, die Musik von vermeintlich unabdingbarem Spätwerkernst und gefurchter Stirn zu befreien und den Charakter von dialogischer Improvisation und offensiver Überraschungslust zu treffen.

Einzig vielleicht war der Respekt vor der grandiosen A-Dur-Sonate etwas zu groß, so dass im Kopfsatz nicht ganz die Dichte und nötige Spannung durchgehalten werden. Doch dafür prickelt das Scherzo in feuriger Rhythmik und fließt das Finale in unaufhaltsamem Kantabile mitreißend dahin. So erkunden Angela Hewitt und Daniel Müller-Schott Beethovens Cellomusikkontinent mit Vitalität und heller Geistesgegenwart: Die Expedition kommt einer Neuentdeckung gleich. (Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung Juni 2010)

 
CD des Monats Juni 2010

Ausgewogenheit, Weisheit, Perfektion …

Vor etwas mehr als einem Jahr, als wir die erste Ausgabe dieses kurzen Gesamtwerks hörten, wagten wir es zu sagen, dass wenn auch die zweite CD mit dem selben Niveau wie diesem abschließen könnte, wir es mit einer absoluten Referenz zu tun hätten. Nun, wir haben uns nicht getäuscht. Alle künstlerischen und klanglichen Tugenden, welche jenen ersten Leckerbissen schmückten, wiederholen sich hier. Das wundervolle Ergebnis von Müller Schott, körperreich und voller Tiefe, stets fein und mit dem richtigen Bogen produziert, und der nicht weniger bildschöne und machtvolle Klang jenes Fazioli, geben sich ganz der Aufgabe hin, diesen Noten mit exzellenter Technik und voller Überzeugung Leben zu verleihen. Die CD beginnt mit Händel Variationen, in denen wir die große Vorstellungskraft erkennen, die Beide schon bei der Exposition des Themas verwirklichen. Im Lauf der folgenden Transformationen, wie es auch schon in den beiden anderen Sammlungen von Variationen der Fall war, ist die Vielfältigkeit der Mittel überwältigend.

Zum Hauptgericht kommend, bieten die beiden Sonaten des op.102 Lesarten, die  - das können wir offen zugeben – fast alles in den Schatten stellen, was bisher auf CD gemacht wurde. Beide Musiker beginnen zu spielen und verstehen es dabei, uns die ganze Vielfalt zu vermitteln – hören Sie zum Beispiel, welche Freude Sie haben in der Abfolge des finalen Allegros der ersten Sonate – und all die romantische Bedeutung dieser Musik. Dieses Herausholen der ganzen Vielfältigkeit einer tiefen Romantik, welche sich in sprudelnder Impulsivität ergießt, nimmt Gestalt an dank eines Cellos voll vielseitiger Farbgebung und darüber eines Klaviers, auf dem Hewitt das Tempo flexibel mit einer Fantasie formt, welche die Sinnlichkeit streift. „Con molto sentimiento d’affetto“ verlangt zum Beispiel das Adagio der zweiten Sonate. Selten dürften wir dies so gehört haben wie hier, mit dieser heiteren Wärme, frei von gekünstelter Zier. Und dann dieses leichte Fugato, funkelnd… Und solcher Art, mit jener Ausgewogenheit, jener Weisheit und jener Perfektion, die ganze CD. Bezwingend. (Juan-García Rico, Scherzo 06/2010)

 

 
Kritiken: Beethoven CD
Fünf Sonaten hat Beethoven für Klavier und Violoncello geschrieben, zwei früh, eine in der Glanzzeit, zwei spät. Jede hat einen unverwechselbar eigentümlichen Charakter. Kein Cellist von Rang, der sie nicht spielen will und muss. Daniel Müller-Schott und die kanadische Klavierpartnerin Angela Hewitt gehen die ersten drei Sonaten mit symphonischen Sinn so heiter wie ernsthaft an. Herrlich leuchten die Cellokantilenen, und das Klavier ist hellwach dabei. Geistreicher und intensiver kommt man kaum ins kammermusikalische "Gespräch" . (Süddeutsche Zeitung 12.12.08, egge)
 
“The disc collects the two Op 5 sonatas and the magnificent Op 69; cherish it most for the players’ teasing exchanges, for Hewitt’s nimble fingers and Müller-Schott’s golden warmth.” (G.Brown, The Times November 7, 2008)
 

Instrumental & Chamber disc of the month

'The dynamic duo find overwhelming intensity in this music, in a performance packed with detail and emotional gravitas' (Classic FM Magazine)

 

Classical CD of the week: Beethoven

Sensitive: Daniel Müller-Schott

With his Op 5, Beethoven virtually invented the classical cello sonata. While the young keyboard lion ensured that there was plenty of scope for his own virtuosity, these are true democratic sonatas that brilliantly exploit the cello's declamatory and lyrical powers. More than a decade later came the glorious A major Sonata Op 69, a less flamboyant yet far more subtle work, with an unforgettable opening for cello alone. The closely matched duo of Daniel Müller-Schott and Angela Hewitt do full justice to the A major Sonata's agitated and cussed side, both in the first movement's troubled development and in the fiercely articulated scherzo. But from Müller-Schott's mellow, nobly intoned opening, their performance is memorable above all for its lyrical tenderness and acute sensitivity to harmonic flux. They vindicate their expansive tempo in the finale's initial adagio with their eloquent phrasing and delicacy of interplay, while in the following allegro they balance grace (taking to heart Beethoven's many dolce markings) and quivering energy. Angela Hewitt's glistening, finely articulated passagework is a delight, here and elsewhere. In the two early sonatas the duo can sometimes underplay the music's explosiveness and comic brio. In both finales, especially, I could have done with bolder, brasher dynamic contrasts, and fewer fastidiously tapered phrase endings from Hewitt. But if the impulsive sansculotte emerges slightly tamed - Mozartified, if you like - these are performances of great finesse and musical insight, whether in No 2's hushed, brooding slow introduction, or the excursion to mysterious remote keys in the first-movement coda of No 1. The players write about the sonatas in the booklet as persuasively as they perform them. (Richard Wigmore, Telegraph Oktober 2008)

 

  Sunday Times: CD des Jahres 2008

 
Kritiken: Shostakovich CD

Mit seiner Aufnahme der beiden Cellokonzerte von Dmitri Schostakowitsch bestätigt Daniel Müller-Schott eindrücklich seinen Ruf als einer der führenden Cellisten der jüngeren Generation.

Mit federnder rhythmischer Prägnanz geht er den marschartigen Kopfsatz des 1959 entstandenen Es-Dur-Konzerts an, um dann im langsamen Satz seinen grossen, aber stets klar zentrierten Ton umso freier und expressiver ausschwingen zu lassen. Und in der Solokadenz sowie im Finale setzt er nicht auf vordergründige Brillanz, sondern gibt auch den gespenstisch-makabren Untertönen Raum. Die Partnerschaft mit dem Dirigenten Yakov Kreizberg und dem präzis und hellhörig agierenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks lässt schon in diesem Werk keine Wünsche offen. Besonders schön kommt sie aber im G-Dur-Konzert von 1966 zum Tragen: Denn in diesem düsteren, von Krankheit und Resignation gezeichneten Spätwerk hat Schostakowitsch nicht nur die Ausdruckskontraste deutlich geschärft, sondern auch den Cellopart noch stärker in einen quasi-kammermusikalischen Dialog mit den Orchestersolisten eingebunden.

Wie subtil die Interpreten diese Dialogpartien ausleuchten und dennoch nie die grossen Spannungsbögen aus den Augen verlieren, ist bewundernswert; und wie selbstvergessen sie den letzten Satz mit seiner magisch tickenden rhythmischen Schlussformel ausklingen lassen, bleibt lange im Gedächtnis haften. (F.Meyer, Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2008)

 

Erik Levi ist tief beeindruckt von der Überzeugung und Prägnanz, mit der Cellist Daniel Müller-Schott zwei der großartigsten Konzerte des letzten Jahrhunderts angeht

Es gibt mehrere hervorragende Versionen von Schostakowitschs erstem Cellokonzert (von Han-Na Chang und Rostropowitsch, dem Widmungsträger des Werkes, auf EMI, sowie von Yo-Yo Ma auf Sony, um nur zwei zu nennen), doch diese frisch eingespielte Veröffentlichung des deutschen Cellisten Daniel Müller-Schott ist unter den besten einzuordnen. Von Anfang an ist in seinem Spiel eine wahrhafte Eindringlichkeit spürbar, und Müller-Schotts messerscharfe Artikulation in den äußeren Sätzen schafft es, rhythmische Prägnanz und eine energiegeladene Vortragsweise miteinander zu kombinieren.

Das Orchester unter Yakov Kreizberg unterstützt ihn durchgehend auf erstklassige Weise, wobei die Holzbläser in der gleichsam plappernden Passage im Finale besonders sarkastisch klingen, während die Streicher und Timpani jedes Staccato mit brutaler Perkussivität angreifen. Man könnte Einwände erheben gegen Kreizbergs übermäßig in die Länge gezogene Konzeption der Orchestereinleitung zum zweiten Satz (es ist eher ein Largo als das vom Komponisten vorgeschriebene Moderato), obgleich das Tempo nach Müller-Schotts erstem tief gefühlten Einsatz eine weitaus größere Fluidität erreicht. In der Tat klingt Müller-Schotts Reprise des Hauptthemas mit Flageolett-Tönen, nachdem er sich zuvor zu einem extrem kraftvollen Höhepunkt gesteigert hat, ganz besonders traurig und ebnet so den Weg für eine Kadenz, die nicht nur durch ihre Virtuosität verwirrt, sondern auch die geballte Spannung erzeugt, die notwendig ist, um uns unaufhaltsam in das Finale voranzutreiben.

Wenn überhaupt, dann ist das zweite Konzert sogar noch beeindruckender. In den äußeren Sätzen riskieren Müller-Schott und Kreizberg Tempi, die erheblich langsamer sind als die von Rostropowitsch auf seiner DG-Aufnahme mit Seiji Ozawa und dem Boston Symphony Orchestra favorisierten Tempi. Die offensichtliche Gefahr dieses sehr breiten Ansatzes liegt darin, dass das musikalische Argument allzu leicht abschweifend und richtungslos wirken kann. Doch Solist und Dirigent vermitteln jede Note mit solcher Überzeugung, dass man augenblicklich in die dunkle und grüblerische Atmosphäre der Musik gezogen wird. In seinen aufschlussreichen Booklet-Anmerkungen behauptet Müller-Schott, dass dieses Werk vielleicht „das emotional vielschichtigste aller Cellokonzerte sei“ und unterstreicht diese Behauptung, indem er die einfachsten Motive mit schier unendlichem Nuancenreichtum ausstattet. Gleichzeitig gehen die Soloinstrumente des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks eine zutiefst intime kammermusikalische Gemeinschaft mit dem Cello ein. Im Kontext eines derart selbstbeobachtenden Ansatzes scheinen die wenigen Momente, in denen Schostakowitsch die Kraft des gesamten Orchesters entfesselt, umso überwältigender. In ganz besonderem Maße gilt das für die ungewöhnlich düstere Umwandlung des populären Gassenhauers aus Odessa kurz vor dem Ende des Finales im zweiten Satz.

Unter den größten Rivalen, die beide Konzerte auf einer CD bieten, verlangt das engagierte Spiel von Mischa Maisky mit dem London Symphony Orchestra unter Michael Tilson Thomas (DG) noch ernsthafte Berücksichtigung, obwohl im Vergleich Maisky die Sololinie im zweiten Konzert nicht immer mit demselben Grad an Intensität vermittelt wie Müller-Schott. (BBC Music Magazine, Proms 2008)

Darbietung *****
Klang *****

 

Er joggt gern und spielt Badminton, fühlt sich der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts eng verbunden, und er gewann 1994 den Cello-Preis beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau. Diese unterhaltsamen Informationen, der Vita auf seiner Website entnommen, verblassen jedoch neben einer einzigen Tatsache, die einem schlagartig bewusst wird, sobald man das Eröffnungsstück seiner CD, Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1, hört: Daniel Müller-Schott ist ein wunderbarer Musiker.

Der 32-jährige Deutsche wird von seinem Instrument unterstützt, das Matteo Goffriller um 1700 baute und das sich durch die überragende Wärme und die Tiefe seines Tons auszeichnet. Doch es bedarf einer schneller Auffassungsgabe, will man mit Schostakowitsch Schritt halten, ganz abgesehen von einem Dirigenten und einem Orchester (Yakov Kreizberg und das Bayerische Radio-Symphonie-Orchester), die bestrebt sind, das Stück voranzutreiben.

Auf allen Aufnahmen – das zweite, eher düstere Konzert von 1966 ist ebenfalls enthalten – schafft es Müller-Schott auf einzigartige Weise, seinen reichen und hinreißenden Celloton zu bewahren, ohne der Musik ihr Vermögen zu mindern, den Zuhörer mit einem Stich ins Herz zu packen.

Man hört seine einsame Eloquenz, während er die Höhen des zweiten Satzes im Konzert Nr. 1 erklimmt und das gespenstische Zittern auf seinem Gipfel, wo sich die Flageolett-Töne des Cellos mit der Celesta in einem überirdischen Duett verbinden. Das zweite Konzert wird mit gleicher fieberhafter Intensität vorgetragen.

Gelegentlich wünscht man sich doch einen Extrahappen: etwa das Ende des Finales im ersten Konzert, das Kreizberg mit einer Welle der Heiterkeit beschließt, in einiger Entfernung von dem „verrückten Treiben“, das Müller-Schott im CD-Booklet erwähnt. Andererseits wirken die Paukenschläge im zweiten Konzert wie Bombenexplosionen. Und zum Teil zündet die Bombe dank des vollen Klangs der Orfeo-Aufnahme, der dem Solisten und dem grandiosen Orchester Tiefe, Raum und Rundheit verleiht. Mir sind sonst keine Versionen dieser Konzerte bekannt, die mit so viel Glanz gespielt oder aufgenommen worden sind. (Vier Sterne, Geoff Brown, The Times June 27, 2008)

 
 
Kritiken: Bach Gamba Sonaten CD

'Pleasurable Bach from Muller-Schott'

EDITOR'S CHOICE

'Daniel Muller-Schott: warmth and suavity'
'Vivid Bach playing that gives nothing but a glow of pleasure'

From the moment the cello starts its suave tread over the piano's gently rising bass and sustained right-hand trill at the beginning of the G major Sonata, you know this is going to be a disc to sit back and enjoy. Daniel Muller-Schott and Angela Hewitt may have substituted modern instruments for the viola da gamba and harpsichord Bach had in mind but nothing in this superb music's original character has been lost – this is as clear-textured and as vividly articulated a performance as you could hope to hear. Indeed, it has gained much by the sheer musical feeling and intelligence that these two players have put into it, aided by extra warmth from Muller-Schott's cello (achieved without resorting to excessive vibrato) and from the delicate dynamic subtleties of Hewitt's piano-playing.

There are some memorable moments here: the rapt mystery of the upward arpeggios in the third movement of the G major, the exquisitely intertwined lyricism of the D major's first movement, the stealthy fugal build-up in the finale of the G minor. Architecturally, too, they consistently get things just right – just listen to the way the main themes' returns are handled in the last movements of the G major and D major (the latter a triumphant outcome of Bach's thrilling quasi-cadenza passage). With a perfect balance between instruments, this is playing which gives nothing but a glow of pleasure, that not even what sounds like some weary tuning at the piano's top can dispel.

All Bach gamba sonata discs need a filler, and the choice here is a sonata by CPE Bach, rather more romantically drawn by Muller-Schott and with a continuo accompaniment less well suited to the piano. But then this disc is worth your money for the JS alone. (Lindsay Kemp, gramophone November 2007)

 

Sublime Bach from Daniel Müller-Schott

lf the case must still be made for the performance of Baroque music ort the wrong instruments, this CD will suffice. Daniel Müller-Schott plays Bach’s gamba sonatas on the cello (albeit a wonderfully sonorous Matteo Gofriller instrument from 1727) with Angela Hewitt on the piano. Both have impeccable credentials:

Müller-Schott has a well-received CD of the Bach solo suites on the Glissando label under his belt, and Hewitt has made a speciality of Bach’s keyboard music. They bring to these works a profound feeling for the ebb and flow of Bach’s lines, the shapes of his long-extended melodies, and the rigour and expressiveness of his counterpoint Most of this music is not for solo instrument and continuo, but is in three parts, with an obbligato right-hand line for the keyboard. Müller-Schott has both to blend and contrast with the piano, which he does with unerring skill and sensitivity, interweaving with Hewitt’s playing in a three-way conversation of free-flowing subtlety.

There is energy here, and declamation, but it is the sheer empathy in this playing, the communication between players and outward to the listener, that is most striking. At times, as in the third movement of the G major Sonata, the players conjure a sort of bleak majesty. At others, particularly in the second movement Adagio of the G minor, hey achieve seamless, compelling lyricism little short of sublime. ln C.P.E. Bach’s sonata, reaching away from Johann Sebastian into the Classical style, they generate warmth and geniality. The recorded balance, so crucial here, is excellent, the sound warm and immediate. (Tim Homfrav, TheStrad SELECTION November 2007)

 

Klassik - "Bach Gamba Sonatas" von Daniel Müller-Schott

Er gehört zu den charismatischsten und interessantesten Musikern der jungen Cellisten-Generation: Daniel Müller Schott. Nun hat er auf seine Weise die ewige Frage beantwortet, auf welchen Instrumenten Johann Sebastian Bachs Kammermusik nun wirklich "authentisch" klinge. Schließlich waren Bach und seine Zeitgenossen wahre Meister im Arrangieren- Bach selbst hatte für seine Gamben-Sonaten Nr.1 bis Nr.3, BWV 1027-1029, sowohl Fassungen für Violine und als auch für Flöten erstellt. Auf seiner soeben erschienen neuen Aufnahme hat Daniel Müller-Schott nun diese komplexen Sonaten auf seinem aus dem Jahre 1727 stammenden Venezianischen Meistercello eingespielt.

Hörbar in Kenntnis um die Aufführungspraxis der Entstehungszeit, tritt der Cellist in seiner klar strukturierten Interpretation dieser Kompositionen in einen spannenden Dialog mit der Pianistin Angela Hewitt. Große, kantable Tongebung, fast ohne Vibrato, auch bei der Sonate für Viola da Gamba und Basso Contiunuo D-Dur H559 des Bach-Sohnes CPE Bach, dem "Erfinder des Empfindsamen Stils". Virtuosität und enormes Stilempfinden der Duopartner machen hier nur allzu deutlich, wie "modern" und zukunftsweisend diese Musik damals schon war. (Dagmar Zurek, Financial Times Deutschland, 01.06.2007)

FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten

 


 
Kritiken: Brahms CD
Most importantly, Fischer and Daniel Müller-Schott form a true partnership, responding to each other with a chamber music responsiveness that leads the ear on irresistibly. There is a vital imperativeness about their music-making and total immersion in Brahms’s elusive sound-world that convinces utterly. Whether coupled together or considered individually, the performances on this disc are very special indeed and deserve the widest currency. (Julian Haylock, Internat. Record Review June 2007)
 
 
Kritiken: Elgar • Walton CD

"Die Welt hat nun einen neuen, großen Cellisten - den 30-jährigen Daniel Müller-Schott aus München - mehr oder weniger ein Protegé der Geigenstars Anne-Sophie Mutter. Er debütierte im August bei den Salzburger Festspielen, ist aber ansonsten auf der ganzen Welt präsent. Es wäre ein Genuss, ihn in dem neuen Konzertsaal des dänischen Rundfunks hören zu können, wenn der Saal einmal fertig ist!

Der Cellist spielte Mozart in Aalborg und Aarhus mit Mutter & Previn letzten Frühling, und davor war er mit "Sjostakovich" bei den Odense Sinfonikern zu gast. Als er ganz jung war gab er Bach im Louisiana (Museum). Er ist ein natürlich gestikulierender Musiker genau wie Leif Ove Andsnes. Nie eine falsche Betonung, nie eine künstliche Phrase, keine Extreme die sich nicht erklären lässt. Klingt das langweilig? Keineswegs. Gar nicht. Denn Müller-Schott füllt jede Phrase mit musikalischem Sinn, färbt und artikuliert, schwächt oder setzt fort nach Bedarf, da ja seine Virtuosität fantastisch ist. Und das Vibrato ist stark und expressiv, aber immer mit Geschmack angewandt.

Man kann nicht behaupten, dass die Welt noch eine weitere Einspielung des Elgar Konzertes nicht überlebt hätte, aber diese ist die beste seit vielen Jahren. Und von Walton haben wir noch nicht zu viele, und Müller-Schott ist besonders in dem lyrischen Anfang überaus bewegend. Previn und die Oslo-Philharmoniker haben sich in einer glücklichen Synthese gefunden. Das stand am Anfang nicht in den Sternen geschrieben." (Politiken, Dänemark, Sep. 2006, Übersetzung Danacord Distribution)

 

"Die Interpretation von Daniel Müller-Schott ist sehr feinsinnig, virtuos feingliedrig und intelligent abgestuft. Stets wahrt er die Form, und sein Ton verschmilzt mit dem Oslo Philharmonic zu einer perfekten Einheit." (Stereo, August 2006)

 

Previn kommt auf ein großartiges englisches Duo zurück, gemeinsam mit einem weiteren vorzüglichen jungen Solisten.

…Bezeichnenderweise schreibt Müller-Schott seine eigenen Booklet-Anmerkungen und beweist seine herzliche Zuneigung und sein Verständnis für beide Werke. Es ist die Leidenschaft seines Spiels, die sofort ins Schwarze trifft: Er verwendet ein breiteres Vibrato als Ma und ist in seinen Phrasierungen freier, weniger gehemmt. Diese Leidenschaft kommt nicht nur in dem langsameren Elgar-Stück zum Vorschein, sondern auch in der scheinbar zögernden Einleitung zum Scherzo im zweiten Satz. …

Das Solocello ist sehr weit in den Vordergrund gemischt, so dass sein Klang zum Beginn des Walton-Stücks die feinen Details der Instrumentation in den Hintergrund drängt. Davon abgesehen bieten die Darbietungen einen runden Hörgenuss, mit ihrer Ungehemmheit und der Art, mit der sie die den beiden Stücken innewohnende Wärme vermitteln. …. (gramophone August 2006, Edward Greenfield)

 

Daniel Müller-Schott: spielt Elgar gewissenhaft

… ich wurde mit Darbietungen belohnt, die technische Sicherheit mit eloquenter Ausdruckskraft kombinieren.

Die Einleitung des Elgar-Stücks beginnt hoffnungsvoll: ausgeglichene, klingende Akkorde, das aufgelöste H mit Feingefühl vor dem Hinuntergleiten positioniert und ein fließender, ausgedehnter rhythmischer Schwung hin zum ersten Thema. Daniel Müller-Schott beachtet das gesamte Werk hindurch gewissenhaft die vom Komponisten häufig gesetzten Akzente und Sforzandos. Der aufgenommene Klang und die Abmischung der Instrumente sind gut. Im reizenden und humorvollen zweiten Satz stellt sich kein Gefühl der Hektik ein … und das Adagio wird mit dem reichen, gut kontrollierten Vibrato intensiv gefühlt. Die dolcissimo-Passage ist sehr süß und zärtlich. Im Finale tritt wieder der Humor in den Vordergrund und das übermütige Thema könnte nicht munterer klingen. Das Ensemble zwischen Solisten und den Streichern wirkt zum Schluss hin ein wenig schwerfällig, doch dies ist ein in der ansonsten exzellenten Interpretation zu vernachlässigender Punkt.

Kaum zu übertreffen ist der magische Augenblick zum Schluss (Walton Cellokonzert) hin, wenn Cello und Orchester endlich in einer Passage zusammenkommen, wo die Streicher zwischen den hohen Trillern des Cellos hindurch schimmern. Dies ist sicherlich einer der Momente, auf die sich Müller-Schott in seinen Booklet-Anmerkungen bezieht – wenn Du die goldenen Strahlen der Sonne und die blaue Farbe der See um Ischia herum fühlen kannst. (the Strad, August 2006, Janet Banks)

 

Ich hörte Müller-Schott zum ersten Mal spielen, als er noch ein Teenager war und ich habe seine eindringliche, kraftvolle Art zu Musizieren nicht vergessen. Die Poulenc-Sonate auf seiner Debüt-CD bei EMI war beeindruckend, aber hier betritt er einen überfüllten Markt. Er wagt einen kühnen Einstieg und bemäntelt jene ersten vorsichtigen Schritte die Skala hinauf, um sie mit leuchtender Zuversicht zu erklimmen. Dies ist ein prächtiger Elgar, ein Rolls-Royce ….

Der Walton ist etwas Besonderes, nicht zuletzt, weil sich die Osloer Philharmoniker unter Previn in großartiger Form präsentieren. Dieses feinsinnig-verspielte, sonnenbeschienene Werk ist verteufelt schwer und erfordert genau die Art von kraftvoller Virtuosität, die Müller-Schott an den Tag legt. Selbstbewusst meistert er die fingerbrecherischen Akkorde und Oktaven des Aufsehen erregenden Allegros, sein von diamantener Klarheit gekennzeichnetes hohes Register schneidet sich durch die verwirrenden Bläser, während seine Schlusskadenz ungemein an Schwung gewinnt. Er kann nicht an den unbekümmerten Charme und die athletische Anmut Piatigorsky, dem das Stück gewidmet ist, heranreichen, aber sein Spiel ist von einer Munterkeit beseelt, die auf einen künftigen Meister seines Handwerks schließen lässt. (BBC Music Magazin, Juli 2006, Helen Wallace)

 

Artistic- & Sound Quality 10/10

Cellist Daniel Müller-Schott und André Previn tun sich zusammen für eine absolut hervorragende Paarung der beiden wichtigsten englischen Cellokonzerte…. Müller-Schott spielt mit vollendetem Geschmack und außerordentlicher Virtuosität. Sein gut kontrolliertes Vibrato verleiht den lyrischen Höhepunkten im ersten Satz große Intensität, ohne dass der Ton grob klingt, und seine Geschicklichkeit im nachfolgenden Scherzo ist fast schon erstaunlich. Das fließende Tempo, das er und Previn im langsamen Satz wählen, erzeugt eine Zartheit ohne übermäßige Sentimentalität und das kräftige Finale mündet in den perfekten, befriedigenden Schluss. Zu jedem Zeitpunkt – ebenso im Walton-Stück – ist das Spiel des Oslo Philharmonic Orchestra weltklasse, sein Klang reich, natürlich und gut ausbalanciert.

…. Diese Darbietung (Walton Cellokonzert)allerdings präsentiert das Stück so kraftvoll wie nie zuvor. Previns Leistungen als Walton-Dirigent stehen natürlich außer Frage, aber auch Müller-Schott ist Lob auszusprechen, dass er die bittersüße Lyrik mit beeindruckender Vollständigkeit einfängt. Das eröffnende Moderato wurde selten auf so triftige Weise geformt (sicherlich ist es hilfreich, die Musik vorwärtsdrängen zu lassen) und es wird nicht versucht, im langen Finale Einigkeit zu suchen, wo keine Einigkeit besteht. Müller-Schott und Previn spielen das Stück, salopp gesagt, windelweich, nachdem sie durch das mittlere Scherzo mit Ehrfurcht einflößender virtuoser Brillanz sausen. Für einen sensationellen jungen Cellisten lässt sich wohl kaum eine beeindruckendere Visitenkarte als diese Veröffentlichung vorstellen. Wenn Sie diese beiden Werke lieben, sollten Sie sich die Aufnahmen unbedingt anhören. (www.classicstoday.com, David Hurwitz)

 
Träumerei an britischen Kaminen

André Previn und Daniel Müller-Schott brillieren mit Konzerten von Elgar und Walton. > mehr (PDF)
(Frankfurter Allgemeine Zeitung Juni 2006)

 

CD der Woche - Elgar, Walton: Cello Concertos

In einer ebenso begeisterten wie ergreifenden persönlichen Anmerkung (mit musikalischen Beispielen) über diese beiden großartigen englischen Solokonzerte bezeichnet der hervorragende junge Musiker aus Deutschland Elgars Werk als „den Höhepunkt und den Abschluss des kreativen Schaffens des Komponisten, ein Requiem für die Millionen von Frauen und Männern, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten“. Die Stimmung des Solokonzerts ist zumeist schwermütig. Müller-Schotts ausdrucksstarkes Legato-Spiel fängt auf beeindruckende Weise die Traurigkeit und Resignation des Adagios ein; aber er kann auch verwirren, so in den ruhelosen Sechszehnteln des Allegro molto im Scherzo-ähnlichen zweiten Satz. Dies ist eine zugleich tief nachempfundene und erfrischend neu aufgefasste Auslegung eines häufig aufgenommenen Stücks.

Nicht weniger reizvoll ist seine Deutung des Walton-Konzerts: Die ähnlich nostalgische Musik wird im mittleren Allegro appassionato erhellt von der Brillanz der neapolitanischen Sonne über dem Meer um Ischia, wo das Stück komponiert wurde. Previn, stets ein leidenschaftlicher Fürsprecher von englischen Komponisten, erweist sich – unterstützt vom idiomatischen Klang des Osloer Orchesters – als kongenialer Partner. Vier Sterne! (Sunday Times Review, 18. Juni 2006, Hugh Canning)

 
DIE ZEIT EMPFIEHLT Edward Elgar, William Walton: Cellokonzerte op. 85 und op. 68

Daniel Müller-Schott, Violoncello - Oslo Philharmonic Orch. -Ltg: André Previn - Orfeo C 621 061 A

(DIE ZEIT Nr.21 vom 2006-05-18, Seite 44)

 
Klagende Kantilenen
Daniel Müller-Schott spielt Elgar und Walton

Das Zusammenspiel mit der Geigerin Anne-Sophie Mutter und dem Dirigenten und Pianisten André Previn hat sicher nicht unwesentlich zur Karriere des smarten Cellisten Daniel Müller-Schott beigetragen, aber er hätte seinen Weg auch ohne diese prominenten Partner gemacht. Ein schönes Beispiel für seine Cello-Kunst ist jetzt bei Orfeo erschienen: Mit dem Oslo Philharmonic Orchestra unter André Previns Leitung interpretiert er die Cello-Konzerte von Edward Elgar und William Walton. Edward Elgars 1919 uraufgeführtes Konzert ist ein ernst grundiertes, von den Zeitläuften getränktes Abschiedswerk, dessen klagende Kantilenen bei Daniel Müller-Schott in den besten Händen sind. Nicht minder intensiv seine Gestaltung des Soloparts im 1957 entstandenen Konzert William Waltons - und an üppig-elegischem Schönklang lässt es das Oslo Philharmonic Orchestra nicht fehlen. (Wiesbadener Kurier, Mai 2006)

 
Diese Beschäftigung mit den eher traditionell orientierten Komponisten ist natürlich umso Erfolg versprechender, je besser die Interpreten sind. Jetzt gibt es wieder so einen beglückenden Fall: Der Cellist Daniel Müller-Schott hat zusammen mit dem Oslo Philharmonic Orchestra unter der Leitung von André Previn Cellokonzerte von Edward Elgar und William Walton eingespielt… Vielleicht ist dieses Cellokonzert, das letzte bedeutende Werk Elgars überhaupt, also auch ein wehmutsvoller Rückblick auf das romantische Solokonzert schlechthin, auf eine grandiose Epoche, die so nie wiederkommt. Es ist jedenfalls atemberaubend mitzuerleben, mit welcher Intensität Daniel Müller-Schott und die Musiker aus Oslo dieser Nostalgie, dieser Trauer Ausdruck verleihen.

…. Was diese CD darüber hinaus besonders wertvoll macht, ist das andere hier eingespielte Cellokonzert von William Walton, das auf CD-Markt und im Konzert sehr viel seltener anzutreffen ist…. Waltons lyrischer Spätstil jedenfalls ist dankbares Futter für jeden Cellisten, und auch Daniel Müller-Schott lässt sich keine Gelegenheit zu nuanciert-singender Gestaltung entgehen. (Deutschlandradio – Neue Platte Mai 2006 von Ludwig Rink)

 
Nach Joseph Haydn, Joseph Joachim Raff und Aram Catschaturjan legt Daniel Müller-Schott seine vierte CD mit Cello-Konzerten vor und demonstriert erneut, dass er mittlerweile zu den führenden Cellisten der jüngeren Generation gehört. Das introvertierte Elgar-Konzert, eines der schönsten der gesamten Cello-Literatur, spielt er mit großem Zug nach vorn, technisch makellos, mit wunderschöner, warmer Tongebung und durchaus mit dem Mut zur großen romantischen Geste, doch ohne den leisesten Anflug von Sentimentalität, der dem Werk so leicht das Genick brechen kann. Mit genauem Gespür erfasst Müller-Schott den wehmütig retrospektiven Charakter dieses Konzerts …

So wunderbar Elgars Konzert fraglos ist, angesichts der zahlreichen vorhandenen Elgar-Aufnahmen ist Müller-Schotts Einspielung des Cellokonzerts von William Walton vielleicht noch wichtiger für das Repertoire. …Müller-Schott und Previn musizieren dieses wundervolle Konzert unglaublich beseelt und differenziert. Die Aufnahme ist ganz offensichtlich eine Liebeserklärung - und wirklich eine geglückte. (BR 4 Klassik, CD Tip von Oswald Beaujean)

 

Kritiken: Mendelssohn CD
“To add to the pleasures of the disc, the warm sound –as usual with PentaTone- is exceptional; indeed, in surround mode, it gives as truthful a sense of a piano trio as any recording I know. All in all a remarkable release”. (Peter J. Rabinowitz, International Record Review)
 
GRAMOPHONE – Editor’s choice. Here’s a starry line-up who really know how to play chamber music. “There is something awfully exciting about seeing, or rather hearing, three leading talents of the younger generation joining forces…. An urgent, questing disc. (James Inverne, Gramophone)
 
“This new recording is irresistible, with the three players caught in a wholly natural ambience. It’s always a good sign when you don’t want to stop playing a disc long enough to write about it.” (Harriet Smith, Gramophone)
 
“Pentatone has another winner in this issue of Mendelssohn's two piano trios. Their star violinist Julia Fischer is joined by two other major young artists, pianist Jonathan Gilad, and cellist Daniel Müller-Schott in vivid performances of these delightful Mendelssohn works. Wolf Werth and Job Maarse produced this recording which was made in a radio studio in Cologne in February 2006. Excellent sound, with the performers in front, ambient sound from the rear. (Robert Benson, classicalcdreview.com)
 
“Julia Fischer’s violin lines, though hard-driven in the outer movements, also convey warmth and shapeliness in the music’s quietly intense passages: the almost prayerful slow movements, for example, or parts of the C minor Trio’s finale. Daniel Müller-Schott’s cello playing matches those extremes and adds an engaging lugubriousness when Mendelssohn seems to invite it, as in the opening bars of the D minor Trio. And Jonathan Gilad’s piano, woven beautifully into the texture, has a bright sparkle of a sort that other recordings of these works don’t quite match.” (Allan Kozinn, New York Times)
 
“In sum, this release's positive qualities merit a warm, if not unequivocal recommendation.” (Jed Distler, Classics Today)
 
“It’s not often that a chamber-music recording grabs me as this one has…. The performances on this hybrid SACD sizzle, and the finale had my blood pounding -- it is one of the most exciting bits of music making I have heard all year….I don’t give ratings in this column, but if I did, this disc would be at the very top of the scale.” (Rad Bennett, ultraaudio.com)
 
“These performances are paragons of classical-era restraint and grace, the most distinguished playing coming from the least-known of the three, pianist Jonathan Gilad. He has that Mozartean talent for saying great things with intricately wrought sound.
The SACD sound is a surprising plus: Though Mendelssohn's string writing represents a close collaboration between violin and cello, the sound separation never leaves any doubt about who is doing what.” (David Patrick Stearns, Philadelphia Inquirer)
 
“The sound on this SACD disc is demonstration quality. The plain CD layer, although recorded at a somewhat lower dynamic level, is also quite good. I'm consistently impressed with the sound on these PentaTone hybrid SACD releases.
 
If you're in the market for a CD of these works, don't hesitate. This release joins with the greatest every made of these marvellous pieces.” (Scott Morrison, Amazon.com)
 
“This has to be one of the best discs of chamber music making I have ever heard and certainly one of the best recorded. Right from the moment that Daniel Muller-Schott opens the D minor trio one sense that this is really very special and the following entrances from Jonathan Gilad and Julia Fischer only confirm that feeling; despite all three being concert soloists in their own right, this is a real meeting of minds. This is playing that makes one sit up and take notice for all the right reasons; it certainly completely eclipses all other versions of this wonderful music I have heard.” (John Broggio, SA-CD.net)
 

“Since the foundation of PentaTone Classics in 2001, their enterprising programming; appealing contemporary presentations; consistently high quality performances and state of the art recordings have been nothing short of astonishing. I look forward enthusiastically to each of their stylish new releases and this hybrid Super Audio CD of Mendelssohn’s two Piano Trios was no exception. After a check of the accompanying marketing information it seems that this disc has already been selected as a Gramophone ‘Editor’s Choice’ and the recipient of a Diapason d'Or award.

PentaTone have provided a smart contemporary presentation, interesting and detailed annotation, excellent sonics together with superb performances. What more could one ask. This is certainly a disc to dash out and purchase. (Michael Cookson, Musicweb)

 
 
Kritiken: Schubert CD
Ausgezeichnet mit der 10 - die beste Bewertung, die klassik-heute vergibt!

Dieses ein Live-Konzert verewigende Tondokument aus dem Herbst 2004 gehört fraglos zu den Sternstunden kammermusikalischer Entdeckungsreisen. Schuberts bekanntes C-Dur-Quintett aus seinem Todesjahr findet bei Vogler & Schott ausgesprochen risikofreudige und feinsinnige Begleiter auf der Reise ins lyrische Ich. Zart duftende Lindenbaum-Poesie findet hier mit den kargen Momenten der Waldeinsamkeit aufs Schönste zusammen: klangstark, dynamisch breit gestaffelt und insistierend. Fast zum Stillstand geführt wird das Adagio, markig erklingt das Scherzo, voller flackernder Unruhe ist das abschließende Allegretto. … (www.klassik-heute.de)

 
 
Kritiken: Mozart CD

Mutters Mozart

Dabei tun die dunkleren Töne, die Daniel Müller-Schott und André Previn hier beisteuern, Mozarts Musik wie Mutters strahlender Klarheit ausgesprochen gut. …. Aber deren (Anne-Sophie Mutter/Anmerk.d.Redak.) Errungenschaften setzen Mutter,Müller-Schott und Previn in perfektem Zusammenspiel eine nicht nur brillant leuchtende, sondern auch fein abgestufte Farbpalette mit großer Tiefenwirkung entgegen und beweisen einmal mehr, dass die Musik Mozarts eine Vielzahl von in sich stimmigen Deutungsarten nicht nur zulässt, sondern in lebendiger Auseinandersetzung geradezu verlangt. Da ist das Zuhören nicht nur Vergnügen, sondern Gewinn. (Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2006, Feuilleton)

 

Müller-Schott, der mit seinem strahlenden, selbstbewußten Celloton locker mithält, brilliert in seinen solistischen Partien mit Mutter um die Wette. Spieltechnisch ist Anne-Sophie Mutter schon lange nichts mehr unmöglich. Die Vielfalt der Klangfarben, die sie ihrem Instrument abverlangt, ist atemraubend. Ebenso sind es oftmals die Manierismen ihrer Interpretationen. Doch für Mozarts späte Trios gab sie den Alleinvertretungsanspruch ab, sie hat sich in ihrer Mutterfamilie die idealen Partner ausgesucht. (Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2006)

 

"...Im Rahmen ihres bei der Deutschen Grammophon realisierten Mozart-Projekts hat Anne-Sophie Mutter mit Ehemann André Previn und dem Cellisten Daniel Müller-Schott die Trios KV 548, 542 und 502 eingespielt...
Eine Interpretation mit beträchtlicher Innenspannung."
(Kölner Stadtanzeiger, 21.01.2006)

 
"Auf lyrische Kantilenen verstehen sich Mutter, Previn und Müller-Schott, spielen hier sehr homogen, mit viel Sinn für die feinen Nuancen und Schattierungen dieser empfindlichen Kammermusik... Müller-Schott nutzt die wenigen Gelegenheiten, die Mozart in diesen späten Trios dem Cello zubilligt, um sein Können sensibel unter Beweis zu stellen." (NDR Kultur, Raliza Nikolov, 13. Januar 2006)
 
"Mutter, Previn und Müller-Schott gelingt es, sich gegenseitig mit faszinierender Raffinesse die Bälle der Melodieführungen zuzuspielen, energetische und fragile, eruptive und lyrische Passagen zu gestalten, so dass zum Schluss eine Interpretation festgehalten wurde, die ihresgleichen sucht." - zum Artikel - (Klassik Akzente, Januar 2006)
 
 
Kritiken: Schumann CD

SUPERSONIC AWARD Mai 2006

Cellist mit wunderschönem Klang

Welch wunderschöner Klang, welch hervorragendes Gespür für das Wesentliche! Daniel Müller-Schott ist ein Cellist der Sonderklasse und einer, der sich zur guten alten Tradition bekennt, ohne dabei altmodisch zu wirken. Im Gegenteil, wenn Schott auch in jedem Moment sein Cello zum Singen bringen kann, so verliert er doch nie die musikalische Linie aus dem Auge. In Schotts Spiel bleibt alles von einer gewissen Objektivität und instrumentalen Klarheit beeinflußt, Charakteristika, die aber nie akademisch uns neutral wirken, sondern die Expressivität, Virtuosität und traditionelle Schönheit perfekt ergänzen. Man ist so von Müller-Schotts Interpretation fasziniert, dass einem der Pianist Robert Kulek erst beim zweiten Anhören bewusst wird. Und man ist man sich aber ganz schnell klar, dass auch er ein ganz brillianter Musiker und Partner ist. (Supersonic, pizzicato.lu, Steff)

 

... Daniel Müller-Schott ist ein wahrhaft charismatischer Musiker, technisch brillant und mit einem durchdringenden, im höchsten Maße ausdrucksvollen Ton. Robert Kulek ist eine gute Ergänzung und das Spiel des Duos wurde mit lebhaftem Realismus aufgenommen, so dass dieser Schumann viele Vorteile aufweist. Das einzelne Originalwerk, die Fünf Stücke im Volkston, wird nicht nur durch die Opera 70, 73 und 94 - in denen das Cello eine bekannte Alternative zur originalen Bläserinstrumentierung darstellt - ergänzt, sondern durch drei wirkungsvolle Arrangements von Müller-Schott selbst.

Mehrere Darbietungen sind wirklich großartig: das offenherzig vorgetragene Adagio des op. 70, das von einem wunderbar prägnant gespielten Allegro gefolgt wird, oder die Volkston-Stücke, in denen die beiden jede Gelegenheit nutzen, um ihre schrullige Individualität darzustellen, die im zweiten Stück mit einer von tiefer Meditation geprägten Stimmung abwechselt. Und die Fantasiestücke haben eine lyrische Fülle, die den Zuhörer unmittelbar anspricht. ...
(The gramophone, Dezember 2005, Duncan Druce)

 

Universale Sprache

Nur die fünf "Stücke im Volkston" op. 102 sind Originalkompositionen für Violoncello und Klavier. Alle anderen hier versammelten Werke hat Schumann entweder für andere Besetzungen autorisiert, oder sie sind Bearbeitungen von Daniel Müller-Schott. Wie dem auch sei - das Cello ist zur Vermittlung von Schumanns romantischer Empfindsamkeit zweifellos ein Instrument erster Wahl. Müller-Schott lässt die kantablen Linien mit anziehend schönem Ton erblühen. Eine auch vom Klavier her kultivierte und einfühlsame Interpretation. (N.H. / FONO-Forum 05/05)

 
„Der junge Münchner zählt mittlerweile zu den Besten seiner Zunft. Schnörkellos zielgerichtet auf die sangliche Linie intoniert er auf seiner neuen CD Cello-Werke von Robert Schumann. Bewegte, innige Romantik ohne Sentimentalitäten.“ (FOCUS 6/2005, CD-Tipp)
 
 
Kritiken: Raff CD
„Müller-Schott gewinnt dem ersten Cellokonzert Joachim Raffs so viel leidenschaftliche Glut ab, dass kaum erklärbar scheint, wie eine derart farbige Musik so lange in Vergessenheit geraten konnte.“ (Fono-Forum, Juni 2005)
 
"Dem ersten Cellokonzert von Joachim Raff wäre eine Rückkehr ins aktive Repertoire durchaus zu wünschen, jedenfalls wenn ein solcher Meister des kantablen Spiels und der eleganten Virtuosität wie Daniel Müller-Schott den Solopart übernimmt." (www.klassik-heute.de / 7.2.2005)
 
„Sur un somptueux Goffriller, Daniel Müller-Schott en donne une interprétation de toute beauté: ampleur, générosité du son, justesse et homogénéité des registres, clarté des traits les plus virtuoses.“
(Diapason/ Mars 2005)
 
„ Blessed with a remarkable sensitivity and warm, burnished tone, he (Daniel Müller-Schott) seems entirely caught up in the richly lyrical writing, the sheer joy of this music. His expressive treatment of the little Begegung – literally “meeting“, clearly a romantic liaison that seems rather overheated for genteel salon audiences – is music-making of the highest order.“
(American Record Guide, March/April 2005)
 
„ Auch in den schnellsten Passagen bleibt sich der junge Cellist treu und begeistert mit einem lyrischen Ton, dessen betörende Schönheit sich wirklich auszeichnet. In anderen Worten: Müller-Schott veredelt Raffs Musik!“ (Pizzicato, März 2005)
 

„ The star of this recording is undoubtedly Daniel Müller-Schott, whose intelligence in interpretation and technical assurance in delivery are breathtaking.“
(Raff-Society, CD reviews, 26.2.2005)

 
„Daniel Müller-Schott begeistert den Hörer dieser bisher wenig bekannten Musik – das zweite der Konzerte wurde erst 1997 uraufgeführt – von der ersten bis zur letzten Note mit seinem edlen, vornehmen Cello-Ton; er lässt sich auch in eher seichten Passagen nicht zu vordergründigen Effekten hinreißen, sondern bleibt der schon zum Markenzeichen gewordenen Noblesse seines Spiels stets treu: Wie wohltuend, dass er sein Instrument niemals beutelt, würgt und vergewaltigt – wie dies der eine oder andere große ältere Kollege ja doch im ständigen, manchmal vergeblichen Ringen um Steigerung des Ausdrucks gern zu tun bereit ist -, sondern den Klangreichtum seines Instruments immer innerhalb der Grenzen dessen ausschöpft, was es freiwillig hergeben mag.“ (RONDO (1/05), Michael Wersin)

Kritik Rondo Magazin
 
 
Kritiken: Khatchaturian CD

Hinter der Maske

Es gibt himmlische Längen, gewiss. Aber eben auch ziemlich irdische. In Aram Khatchaturians Konzerten rühren sie von der schematischen Formbehandlung her. Orchestereinleitung, erstes Thema, Zwischenspiel, zweites Thema, wieder Zwischenspiel, dann Durchführung. Und so weiter. Nicht zuletzt sollte damit der sowjetischen Parteidoktrin Genüge getan werden - was den Komponisten trotzdem nicht vor Maßregelung schützte. Dem Hörer obliegt es also, hinter die Maske der Konvention zu schauen. Die vorliegende Aufnahme macht es leicht: Daniel Müller-Schott, sicherlich der faszinierendste unter den jungen Cellisten, produziert einen glühend intensiven Ton. So direkt, so rückhaltlos emotional nähert er sich Khatchaturian, dass an der Aufrichtigkeit dieser tragischen Musik kein Zweifel möglich ist. Die Interpretation bebt geradezu vor Adrenalin. Auch Sakari Oramo und das fantastische Orchester sind Feuer und Flamme.

Live-Mitschnitt oder nicht? Wir erfahren es nicht. Dabei sind im Violinkonzert deutliche Saalgeräusche zu vernehmen. Kleine Unsauberkeiten im Orchester bleiben unkorrigiert. Arabella Steinbacher, 1981 in München geboren, gibt hier ihr Plattendebüt: technisch makellos, absolut geschmackssicher und dazu mit einem Klang, dessen voluptuöse Sinnlichkeit unmittelbar an Anne-Sophie-Mutter erinnert.

Die Behauptung, die Instrumente des Bonner Geigenbauers Peter Greiner hielten dem Vergleich mit den besten alten „Italienern“ stand, bestätigt sich diesmal allerdings nicht: Steinbacher im Jahre 2002 gebautes Exemplar tönt noch reichlich belegt und glanzlos, das fällt im Vergleich zu Müller-Schott’s herrlichem Gofriller um so mehr auf.

Anselm Cybinski
Fono-Forum 08/04

Interpretation *****
Klang ****

 

Ideologisch unbedenklich
Chatschaturians Violin- und Cellokonzerte sind absolut stalinfrei

Über die Musik des irischen Komponisten Charles Villiers Stanford urteilte George Bernard Shaw, in ihr kämpfe der Urkelte mit dem Professor. Die böse Bemerkung zielt auf ein Problem, das sich jedem Komponisten stellen kann, der volksmusikalische Idiome in klassische instrumentale Formen zu integrieren versucht: Das National- oder Regionaltypische bleibt in den "universalen" Formen der Symphonie, der Sonate oder des Konzerts ein Fremdkörper.

Man sagt, für die Armenier sei Aram Chatschaturian so etwas wie Sibelius für die Finnen: ein aus heimatlichen Quellen schöpfender Nationalkomponist von internationalem Ruhm. Das mitteleuropäische Ausland sieht in ihm freilich eher den Stellvertretenden Vorsitzenden des Organisationskomitees des sowjetischen Komponistenverbandes, der mit so erhabenen Werken wie einer "Ode an Stalin" (1938) oder der "Grußouvertüre" zur Eröffnung des 21. Parteitages der KPdSU (1959) hervorgetreten ist. Nicht zu reden von dem notorischen "Säbeltanz". Solche Etiketten sind schnell aufgeklebt, aber meist schwer zu entfernen.

Eine neue CompactDisc mit Chatschaturians selten eingespieltem Cello- und Violinkonzert gibt nun Gelegenheit, sie zu hinterfragen. Das Cellokonzert ist das jüngere der beiden Stücke, 1946 entstanden und, wie Oliver Wazola im ausführlichen Beiheft in entstalinisierender Absicht erläutert, dafür mit verantwortlich, daß der Komponist zeitweise unter Formalismusverdacht gestellt worden ist. Die dunkle Grundstimmung, das Unstete, Getriebene in diesem Konzert mag den Argwohn der kommunistischen Funktionäre erregt haben - für Hörer ohne ideologische Vorbelastung bleibt es ein Werk, das zwar von einheitlicher Atmosphäre, aber unterschiedlicher formaler Schlüssigkeit ist. Am Kopfsatz hätte auch Shaw sein Vergnügen gehabt; in ihm mischt sich Dur-Moll-Tonales mit mancherlei Modernismen, Folkloristisches mit barockisierenden Sequenzen. Hier scheinen der Armenier einerseits, der Komponist mit Konservatoriumsausbildung und Repertoirekenntnis andererseits gegeneinander zu kämpfen - und man fragt sich ab und an, was den bunten Themenreigen im Innersten zusammenhält. Der Kopfsatz des Cellokonzerts ist wohl der am wenigsten gelungene. Der lange Atem des zweiten Satzes, die insistierend-kreisende Motorik des dritten hinterlassen einen schlüssigeren Eindruck. Alles in allem benötigt dies Konzert einen starken Interpreten wie Daniel Müller-Schott, der den Spannungsbogen aufzubauen und zu halten versteht. Er gibt dem Konzert mit glühendem Spiel Intensität, Tiefe und an einigen Stellen verzweifelte Traurigkeit. So hat das Cellokonzert in ihm einen leidenschaftlichen und überzeugenden Anwalt gefunden, der vom vorzüglichen Birminghamer Orchester und dessen Chef Sakari Oramo auf ideale Weise unterstützt wird: mit rhythmischer Präzision, betörenden Soli.

Das Violinkonzert Aram Chatschaturians ist bereits im Jahre 1940 entstanden. Es brachte den Komponisten politisch allerdings nicht in Gefahr. Deutlich steht es in der Tradition der großen romantischen Violinkonzerte, es wirkt formal geschlossener als das Schwesterwerk. Die erst dreiundzwanzigjährige Arabella Steinbacher zählt es zu ihren Lieblingskonzerten, und das hört man ihrer Interpretation auch an.

Man hätte diese Musik auch anders spielen können: derber, herzblutender, erdschwerer, tümelnder. Steinbacher geht ihren eigenen Weg mit Eleganz und Beweglichkeit. Mit sehr feinem Sinn für die Proportionen gelingt ihr eine subtile Deutung, die all denjenigen den Wind aus den Segeln nehmen dürfte, die ein musikalisches Kunstwerk schon seines Entstehungszeitpunktes oder der politischen Entstehungsumstände wegen ablehnen.

(MICHAEL GASSMANN, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2004)

 
Mit glänzender Tonschönheit (Arabella Steinbacher) und klangvoll-nachdenklicher Introversion (Müller-Schott) wird Khatchaturians Konzerten nicht nur Existenzrecht zugestanden; es wird ihnen auch ein legitimer Platz innerhalb der Musik des 20. Jahrhunderts dank des kunstvollen Vortrags durch die jungen Solisten zugewiesen. (nmz, Mai 2004)
 

CD of the week: Daily Telegraph London
Khachaturian: Cello Concerto; Violin Concerto

With Khachaturian, the world of Spartacus and the Sabre Dance is never that far away, but in these two concertos he managed to forge his fruity lyricism, exotic melodic tracery and propulsive rhythms into strongly structured works that have more than mere spectacle about them.

The Cello Concerto (1946) is a darkly hued piece, maybe influenced by wartime worries and certainly played with a wealth of intensity and angst here by Daniel Müller-Schott. This is music of apprehension, storm and stress, with a disturbed, furrow-browed elegy as its central movement. It is a proper concerto, allowing the soloist the limelight when it comes to virtuosity and melody, but the orchestra's harmonic and tonal palette reinforces the music's troubled context.

The Violin Concerto (1940) comes rather closer to the more exuberant mood of the Khachaturian ballets, more sultry than sombre, more spry than shadowy, but its innate passion and distinctive Armenian colouring are firmly harnessed by Arabella Steinbacher. GN

 

Lust an Khatchaturian

...die Jungstars Arabella Steinbacher und Daniel Müller-Schott haben sich nun mit Verve auf die nicht nur virtuos lohnenden, sondern auch musikalisch interessanten Konzerte gestürzt und mit dem glänzenden City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sakari Oramo eingespielt. Müller-Schott verwirklicht im Cellokonzert von 1946 dessen bitter-dissonanten Geist mit erregt-schnellem Vibrato und bezwingendem Phrasierungsernst... Zwei überzeugende Plädoyers für Khatchaturian." (Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung, 7. April 2004)

 

Brennende Saiten

... Die CD Veröffentlichung zeigt, dass Grenzen des Stils und des Temperaments von jungen deutschen Musikern heute leichter überwunden werden als ehedem. Bei Daniel Müller-Schott fleht und brennt das 1946 uraufgeführte Cellokonzert mit dem richtigen östlichen Seelenton - auch er wird superb begleitet von Oramo und dem Orchester aus Birmingham.
(Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung 21. April 2004)

 

Düstere Note im Klangrausch
Khatchaturian: Cello- und Violinkonzert

Von Kurier-Mitarbeiter
Christoph Forsthoff

Sie sind jung, attraktiv und streichen perfekt die Saiten. Als Duo sind die Geigerin Arabella Steinbacher und der Cellist Daniel Müller-Schott schon häufiger aufgetreten, nun haben die beiden sich für ein CD-Projekt zusammen getan, zu Khatchaturians 100. Geburtstag dessen Solo-Konzerte eingespielt. Und entpuppen sich dabei temperamentsmäßig als
feurige Verwandte: Da sprühen die Virtuosen-Funken, pulst die Leidenschaft, und die wechselnden Stimmungsbäder werden mit raumgreifenden Strichen durchlebt. Faszinierend, mit welcher Innigkeit die 23-jährige Geigerin in der meditativen Melancholie des Andante versinkt, um dann ihre Tonfülle in den dissonanten Aufschreien nicht minder eindrucksvoll einzusetzen.

Solche Musikalität und Geschmackssicherheit zeichnet auch Daniel Müller-Schott aus: Sein Instrument "singt", traumwandlerisch sicher wandelt er durch die vertrackten rhythmischen Strukturen, perlen Läufe und Doppelgriff-Passagen. Und auch die düstere Note des Werkes kommt bei allen Klangräuschen nicht zu kurz, sondern findet in dem seelenvollen Ton des Cellisten einen höchst sensiblen Interpreten. Dass Sakari Oramo bei solch mitreißenden Solisten bereitwillig zurücktritt, unterstreicht seine Größe - dass sein Orchester dennoch brillant aufspielt, macht aus dieser Aufnahme ein hörenswertes (Geburtstags-)Geschenk. Auch wenn die Veröffentlichung nicht ganz zeitgerecht gelang. (WIESBADENER KURIER, 07.05.2004)

 

Neue CD-Rezension, Mai 2004
Deutschlandfunk

Neue CD-Rezension, April 2004
BR-Online, Kulturszene

"Dunkel, bedrohlich, spannungsgeladen - so beginnt das Konzert für Violoncello und Orchester von Aram Khatchaturian. Er schrieb es 1946, noch unter den Eindrücken der Geschehnisse des 2. Weltkrieges. Zum Komponieren hatte er sich weit ab von Moskau in die Einsamkeit zurückgezogen und er notierte: "Ich arbeite ohne Anstrengung, manchmal liefen meine Gedanken und Vorstellungen der Hand davon, die sie auf dem Notenblatt fixieren sollte. Die Themen stürmten in solcher Fülle auf mich ein, dass ich es schwer hatte, sie richtig und sinnvoll einzuordnen."

Das wirkungsvolle Cellokonzert, liegt jetzt in einer Neueinspielung mit dem Solisten Daniel Müller-Schott vor. Partner ist das City of Birmingham Symphony Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo. Das Cellokonzert entstand in einem Haus des sowjetischen Komponistenverbandes, denn in diesem Verband war Aram Khatchaturian aktives Mitglied, seit 1939 stellvertretender Vorsitzender des Organisationskomitees. Dem Sowjetregime war er zeitlebens eng verbunden, hoch dekoriert mit dem Stalinpreis und dem Leninorden. Das Cellokonzert allerdings hatte ihm 1948 eine offizielle Rüge eingebracht, es sei zu formalistisch, bourgeoise und dekadent. Khatchaturian entschuldigte sich daraufhin öffentlich und behauptete, in seinen kurz nach dem Krieg entstandenen Werken habe er sich von seiner "heimischen Sphäre" zu weit entfernt.

Wenige Jahre später, nach dem Tod Stalins, bezog er Stellung gegen die bürokratische Bevormundung, hat sich dennoch aber stets mit dem Regime arrangiert. Schließlich war er ein angesehener Professor am Moskauer Konservatorium. Khatchaturian wurde auch von der Musikwissenschaft der DDR als kommunistischer Künstler vereinnamt. So heißt es in einem 1972 in Leipzig erschienenem Lexikon: Das Konzert für Violoncello und Orchester spiegele in seiner Grundhaltung Kampf und Tragik des Großen Vaterländischen Krieges wider. Solche Deutungen haben nicht gerade zu einen unproblematischen, unvoreingenommen Umgang mit den Werken Khatchaturians geführt. Der Staatskünstler habe zu viele Konzessionen an den sozialistischen Realismus gemacht, seine Werke seien zu vordergründig auf Effekte bedacht, lautet der Vorwurf, der sicher nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Zahlreiche Variationen der immer gleichen Themen und Strukturen gehören sicherlich zu den charakteristischen Kennzeichen seiner Musik. Doch man sollte differenzieren. Das Cellokonzert hat durchaus Tiefgang und ist sicher mehr als nur ein Vorzeigestück für einen Virtuosen. Der Armenier Aram Khatachurian war selbst Cellist, dem Solisten hat er einen technisch anspruchsvollen, aber äußerst dankbaren Part komponiert. Eingängige Themen, Nationalkolorit und sehr farbige Orchesterbehandlung prägen das dreisätzige Konzert, für das sich Daniel Müller-Schott als versierter und leidenschaftlicher Anwalt erweist.

Es ist die vierte CD des 28 jährigen Cellisten, der u.a. bei Heinrich Schiff und Steven Isserlis studierte, mit 15 den 1. Preis des Internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs für junge Musiker in Moskau gewann und seit einiger Zeit auch als Kammermusikpartner von Anne Sophie Mutter für Furore sorgt. Technisch scheinbar mühelos, mit Brillanz und großer Musikalität gestaltet Daniel Müller-Schott den wuchtigen Schluss aus Khatarurians Cellokonzert." (WDR Klassik Hörzeichen, Eva Kullmer, 30. März 2004)

 
Luister
 
Kritiken: Haydn CD

CD-Kritik: Haydn & Beethoven auf klassik.com

 
Presse-Stimmen der neuen CD-Aufnahme mit Daniel Müller-Schott

"Beste Einspielung des Repertoires" – Luister Magazin, Oktober 2003
(Niederlande)

"Genialer Haydn" - Höchste Wertung für Interpretation und Klang – Fono Forum, Oktober 2003

"Strongly recommended" – Gramophone, Oktober 2003 (Grossbritannien)

 
Neue CD-Besprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Schallplatten und Phono vom 02. August 2003:

Ganz spontan, die Attacke
Der Cellist Müller-Schott funkelt mit Haydn und Beethoven

Wer den Cellisten Daniel Müller-Schott vor etwa einem Jahr im Bonner Beethovenhaus erlebte bei der Aufführung der Trios op. 8 von Johannes Brahms und op. 1 No. 3 von Beethoven (gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter und André Previn), der konnte den Eindruck haben, zwei Werken namens "Die drei Temperamente" zuzuhören: Previn spielte souverän und gelassen, Mutter konzentriert, Müller-Schott aber unbekümmert bis stürmisch, die Freiräume, die ihm der Notentext bot, für temperamentvolle Ausbrüche aus dem gediegenen Ensemble nutzend.

Ein Teil des bemerkenswerten Erfolges, in dem sich der Cellist, Jahrgang 1976, zur Zeit sonnen kann, mag mit dieser jugendlichen Aura zu tun haben, die er selbst auch in seiner äußerlichen Erscheinung ein wenig kultiviert. Müller-Schotts Spiel hat überbordendes Temperament, gleichzeitig einen Farben- und Nuancenreichtum, der glaubhaft macht, daß aus dem intelligent-unbekümmerten Feuerkopf ein mit allen Wassern gewaschener Interpret werden kann. Erstmals hatte er, weil so gar nicht vergrübelt, auf sich aufmerksam gemacht mit einer CD-Interpretation der Solo-Suiten Bachs. Eine zweite Platte mit Sonaten der Romantik bewies, daß Müller-Schott das stark empfindende Herz auf dem rechten Fleck hat. Nun hat er sich von den beiden Haydn-Konzerten gewissermaßen in die Pflicht nehmen lassen - denn Haydns Esprit braucht, um zu funkeln, neben dem musikantischen Zugriff auch intellektuelle Disziplin.

Das Australian Chamber Orchestra unter seinem Konzertmeister Richard Tognetti kultiviert jenen herb-elastischen Klang, der heute für alle Ensembles, die sich mit der Musik des achtzehnten Jahrhunderts beschäftigen, ein Muß ist. Daniel Müller-Schott hat sich, diesem Originalklang-Ideal Tribut zollend, von seinem Kollegen Steven Isserlis ein 1740 erbautes Cello des Venezianers Domenico Montagnana geborgt und denkt sich zusammen mit dem Orchester in die Klangwelt Haydns hinein: graziös, beweglich, mit Sinn für den überraschenden Effekt, die spontane Attacke, den lyrischen Augenblick.

Aber ein Moment der Spannung zwischen dem Temperament Haydns und demjenigen Müller-Schotts bleibt... Kein Halten gibt es mehr bei der zweiten der beiden Romanzen, die Beethoven für Violine und Orchester geschrieben und Müller-Schott nun überzeugend für sein eigenes Instrument bearbeitet hat. Hier kocht die Leidenschaft: Ja, Beethoven war ein Romantiker! Langweilig ist das nicht. (Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 02.08.03, MICHAEL GASSMANN)

Joseph Haydn, Cellokonzerte. Beethoven, Romanzen.
Daniel Müller-Schott, Richard Tognetti. Australian Chamber Orchestra. Orfeo C 080 031 A

 

Emporragender Tiefgang und reife Jugend

Merkwürdig, aber wahr: Sooft eine der beiden Violinromanzen von Beethoven ertönt, regt sich der kindliche Wunsch, diese herzergreifenden, mal gravitätisch schreitenden und dann wieder leichtfüßig und empfindsam singenden Klänge mögen nie - bitte nie! - versiegen. Dem jungen Cellisten Daniel Müller-Schott scheinen sie ähnlich eng ans Herz gewachsen zu sein. Was sonst, außer dem anregenden Stoß seines prominenten Kollegen, Steven Isserlis, hätte ihn wohl dazu bewogen, sie für sein Instrument umzuarbeiten und sie somit in sein Repertoire aufzunehmen?

Wenn Beethoven sie so, wie sie nun erstmals von Müller-Schott und dem Australian Chamber Orchestra eingespielt worden sind, hören könnte, er würde ihm, jeglichen Narzißmus mal beiseite legend, den stimmbruchartigen Eingriff an seinen Werken anstandslos verzeihen, ja, vielleicht sogar mit dem Gedanken spielen, ihm mindestens drei Orden zu verleihen: einen für das intelligente Arrangement, einen für die Wahl seines hervorragenden Begleitorchesters und einen für diese sensible und hingebungsvolle Interpretation.
Dabei sind die beiden Romanzen - op. 40 und op. 50 - jeweils nur stimmungsvolle "Anhängsel" nach den beiden berühmten Cellokonzerten in C- und D-dur von Joseph Haydn. Über sie müssen heute nicht mehr allzu viele Worte verloren werden. Jedem auch nur entfernten Liebhaber für das sonore Streichinstrument sind sie bereits mehrfach zu Gehör - vielmehr: zu Gemüt gekommen, egal, ob im Rundfunk, auf Tonträger oder im Konzertsaal, egal, ob von namhaften oder unbekannten Interpreten. Beide - in jedem Fall das C-dur-Konzert - scheinen wegen der äusserst hohen technischen Anforderungen und ihres fidelen, heiter-gefälligen und vor allem seelenrührenden Charakters keinesfalls im Repertoire fehlen zu dürfen. Doch trotz ihrer Popularität ist es nicht gerade so, als schreie die Musikindustrie nach einer weiteren Einspielung dieser.

Davon jedoch abgesehen wird auf der vorliegenden CD eine oft gemachte Erfahrung mit jungen Musikerinnen und Musikern wiederholt: Vom ersten bis zum allerletzen Akkord vermitteln sowohl das Ensemble als auch der Solist jugendlich frische, energiegeladene Spielfreude und bewegen ihr Publikum mit reifem, musikalischem Einfühlungsvermögen in die Kompositionen und dem klassisch ästhetischen Ideal im Hinterkopf.

Der aufgeweckte, natürliche und starallürenfreie Müller-Schott, der längst kein Geheimtipp mehr ist, erinnert mit seinem Spiel an sein allererstes Idol, Yo-Yo Ma, ohne freilich diesem blind nachzueifern. Dieser riskant anmutende Vergleich begründet sich nicht nur in dessen technisch erstaunlich sicherer und virtuoser Ausprägung und der dabei umwerfenden Leichtigkeit und Vitalität mit einem bescheiden reinen, formschönen Ton. Ma ist es nämlich auch, der den damals Fünfjährigen laut eigener Aussage bei einem Konzert so sehr beeindruckt hat, dass für ihn ab diesem Zeitpunkt feststand, dass er selbst Cellospielen lernen werde.

Nach seinem beeindruckenden CD-Debüt mit Bachs Cellosuiten im Jahre 2000 und den Cellosonaten französischer Impressionisten zusammen mit dem Pianisten Robert Kulek 2002, ist im Juni 2003 also bei ORFEO ein Produkt veröffentlicht worden, bei dem - als rein vorübergehende Bestandsaufnahme natürlich - nun endlich ein leicht abgewandelter Spruch mühelos über die Lippen geht: Alle großartigen Dinge sind drei!

(Gabriele Pilhofer, Klassik.com, 27.08.2003)

 
 
Kritiken: Music for Cello & Piano CD
Die Aufnahme der Franck Sonate mit Daniel Müller-Schott und Robert Kulek (EMI Classics) wurde zur "Besten erhältlichen Aufnahme" vom holländischen Musikmagazin "Luister" im Januar 2003 gewählt. Andere Musiker, die für diesen Preis in ihrer Interpretation der Franck Sonate beurteilt wurden, waren u.a. Jaqueline du Pré/Barenboim, Frans Helmerson, Truls Mork und Mischa Maisky/Argerich.
 

Die neue EMI CD von Daniel Müller-Schott und Robert Kulek hat den "Editor's Choice" des BBC Music Magazines im Monat August 2002 gewonnen.

BBC Music Magazine

French Dressing
Ein junger deutscher Cellist serviert Klassiker des Sonatenrepertoires des 20. Jahrhunderts mit besonders persönlichem Raffinement, meint HELEN WALLACE.

Zum ersten Mal hörte ich Daniel Müller-Schott in den frühen Neunzigern, als er mir als kraftvoller und ernsthafter Spieler auffiel. Mit dieser CD ist es offensichtlich, dass er etwas auszusagen hat, begabt mit der Kunstfertigkeit und der Persönlichkeit, diese äußerst schwer zu interpretierenden französischen Meisterwerke in Angriff zu nehmen. Und was für eine Zusammenstellung ist dies, von der bitteren Ausgelassenheit in Debussy's später Sonate bis zur andauernden Ekstase der Franck-Sonate. Die vielleicht am schwersten zu bewältigende Sonate ist die von Poulenc - ein großes virtuosenhaftes Werk, das dazu neigt, sich immer dann selbst ein Bein zu stellen, wenn es Gefahr läuft, sich selbst zu ernst zu nehmen. Müller-Schott meistert Poulencs plötzliche Übergänge von Eindringlichkeit zum musikalischen Scherz mit größter Leichtigkeit. Die 'Cavatine' ist einfach nur schön, das 'Ballabile' bezaubernd, und der letzte Satz hat Größe und Fröhlichkeit ohne jede Spur von Anstrengung (dieser Satz stellte sogar den Olympier Fournier vor Probleme). Gleichfalls höchst erfreulich die Franck-Sonate. Das Stück sollte wie eine unendliche Melodie klingen, wenn es sich in den richtigen Händen befindet, und genau das ist es hier. Es gibt immer eine Versuchung, sich zu berauschen an dem rhetorischen Passagenwerk, aber Müller-Schott und Kulek halten eine wundervolle Schwungkraft aufrecht, ohne je über die geheimnisvollen Wirbel hinwegzugleiten. Den möchte ich sehen, der nicht begeistert wäre von dieser Interpretation!
...
Zuammengefaßt, ein wahrlich erfreuliches Programm eines aufregenden Cellisten - ein weiterer Gewinner in EMI's Debutreihe.

Interpretation: *****
Klang: *****

 
"Diese CD ist ein Meisterstück." (Kultur-SPIEGEL Juli 2002)
 
"Daniel Müller-Schott's Spiel ist in der Tat vollendet. Er reagiert ausserordentlich gut auf die sonderbaren und blitzschnellen Stimmungswechsel der Debussy Sonate. Seine Interpretation der Franck Sonate kann man sich nicht leidenschaftlicher vorstellen." (CD Review, 1. Juni 2002 BBC Radio 3)
 

"Nach seinem erstaunlichen Plattendebüt mit den Cellosuiten von Johann Sebastian Bach ist nun bei die zweite, nicht minder beachtenswerte CD des jungen Münchner Cellisten Daniel Müller-Schott erschienen. Zusammen mit seinem einfühlsamen Klavierpartner Robert Kulek widmet sich Müller-Schott der Celloliteratur des französischen Impressionismus. Debussys Cellosonate, eines der letzten Werke des damals schon schwerkranken Komponisten vereint nachdenkliche, von den beiden Musikern empfindsam ausgeführte Passagen ebenso wie spritzige Assoziationen an die Commedia dell'arte.

Die für den Cellisten Pierre Fournier geschriebene Sonate Francis Poulencs ist geprägt von lebhaften thematisch-melodischen Wechselspielen, von seiner Liebe für den Zirkus, für Ballett und Film. Das Original der Franck'schen Sonate ist für Violine, die vom Komponisten autorisierte Cellobearbeitung jedoch nicht von minderem Reiz. Mit Anklängen an Brahms und Schumann hat sie doch ihren ganz eigenen und typisch französischen Esprit, spielt mit Farben und Licht des Impressionismus.

Daniel Müller-Schott kultiviert einen sanglich-sonoren Celloton und arbeitet subtile Nuancen heraus. Einem Sog gleich lässt er Kantilenen aufblühen, spannt große Bögen über feine Differenzierungen. Hohe Intensität koppelt sich mit einer Leichtigkeit des Spiels, bei der klangfarbliche und charakterliche Wechsel unglaublich mühelos klingen." (Amazon.de Rezensionen, Mai 2002, Nina Polaschegg)

 
 
Kritiken: J.S. Bach CD

Das Cello spricht: Vier Saiten für ein Halleluja -
Neue Aufnahmen mit Yo-Yo Ma, Daniel Müller-Schott und Truls Mørk

Wie anders dagegen Daniel Müller-Schott! Ohne klangrednerischen Dünkel, dafür jugendlich vermessen und doch auch wieder erstaunlich reif für sein Alter wagt sich der Münchner Vorzeige-Stipendiat der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung an Bachs Solo-Suiten. Der Ton: dunkel, mitunter gar etwas brummig, aber immer widerständig, immer mit sinnlicher Resonanz gespielt.

Die Allemanden und Couranten nimmt Müller-Schott durchwegs flott, die Sarabanden hingegen betont bedächtig, fast schlafwandlerisch traumverloren. Und auch in die Reihenfolge der Suiten greift er beherzt ein (I, III, V, II, IV, VI), die Dramaturgie der Tonarten beim Wort nehmend: von der höfischen Eleganz in G bis zur finalen Reflexion in D, vom virtuos strahlenden C-Dur über düsterstes c-Moll und elegisches d-Moll bis hin zur orchestralen Pracht in Es. Ein kraftvoller Einstand, ein mutiges Versprechen. (Tagesspiegel, Berlin, Christine Lemke-Matwey, 28. Januar 2001)

Kantable Dramatik
"Cellistische Reifeprüfung: Kantable Anmut und großer Musikalischer Ernst sind die Tugenden, mit denen der junge Daniel Müller-Schott dem Prüfstein der Bach’schen Solosuiten begegnet. Der 1976 geborene Schiff-Schüler, im letzten Jahr zusammen mit Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis auf Tournee ("Back to the Future"), überzeugt hier durch einen beeindruckenden ganzheitlichen Ansatz.

Vom agil anmutsvollen G-Dur der ersten bis hin zum leuchtkräftigen Glockenton der sechsten Suite (welcher im Übrigen hervorragend mit dem Kirchennachhall der Raumakustik korrespondiert) findet Müller-Schott für jeden Charakter eigene Tongesten. Plastisch werden die unterschiedlichen Affekte der einzelnen Sätze befragt die eine vorgegebene Grundstimmung bis in feinste Nuancen variieren; sprechend durchgestaltet klingt alles, sensibel erzählt und intelligent phrasiert. Mit bewundernswerter mentaler Kondition (Livemitschnitt!) werden musikalische Strukturen durchdrungen; auch in virtuos hoch getriebenem Tempo bleibt der Nachwuchscellist stets klar gliedernd, zeichnet Bachs lineare Kontrapunktik präzise nach.

Vor allem in die gewichtige fünfte Suite, die auch in den Schwebungen der Tanzsätze immer eine gewisse Schwere behält, besticht hier durch nahezu philosophische Vertiefung. Höchst plastisch wird der komplexen Polyphonie des Préludes nachgespürt, darf in der improvisatorischen Allemande die Cello-Kantilene rezitativischen Freiraum ausloten. Die Übergänge zwischen den Stücken werden hier zu zentralen Bruchstellen: Im Kontrast zwischen trotzig drängender Courante todessüchtig dahinkriechender Sarabande erreicht der Zyklus sein größtes Spannungsfeld, das der junge Interpret mit beeindruckender Reife ausdramatisiert." (Neue Musik Zeitung, Eva Katharina Klein, 12-2000/01-2001)

Reactions to Daniel Müller-Schott's new recording will depend on the degree of artistic licence one is prepared to accept in this music. This is undoubtedly the playing of a young master cellist who produces the most ravishing sound even when negotiating the technical hurdles of the final pair of suites. His playing is less physically imposing than Heinrich Schiff's, and he finds time to muse poetically on passing ideas in a way that recalls Steven Isserlis in its inspired flights of fancy. His intonation in, for example, the notorious opening Prelude of the D major Suite is earringing in its accuracy, while his control of phrasing from the most deftly articaulated sets of assymetrcal groupings to a seamless legato is redolent of a well-nigh flawless bowing technique. At first I wondered whether I was going to find this recording too interventionist in approach but ended up loving it for its impregnable command, poetic integrity and Müller-Schott's spellbinding ability to to have you hanging on to his every phrase. Everything has been beautifully recorded into the bargain, enhanced by fine notes from Nicholas Anderson and Müller-Schott himself. Something of a revelation. (International Record Review USA, February 2001, Julian Haylock)

CD-Tipp
"Es gehört schon einiger Mut dazu als junger Cellist, ausgerechnet im Bach-Jahr 2000 eine weitere Gesamteinspielung der sechs Solosuiten auf den Markt zu bringen. Doch der 1976 in München geborene Daniel Müller-Schott, Schüler von Walter Nothas, Steven Isserlis und Heinrich Schiff sowie Sieger des Moskauer Tschaikowsy-Wettbewerbs von 1992, besteht sein CD-Debüt glanzvoll.

Mit schlanker Tongebung, durchdachter Phrasierung und unbedingtem Gestaltungswillen hält Müller-Schott klug die Balance zwischen anachronistischem Pathos und historisierender Mode. Jenseits aller Manierismen offenbart der Schützling und Kammermusikpartner von Anne-Sophie Mutter damit nicht nur eine ganz eigene Handschrift, sondern auch erstaunliche Reife und Tiefe des Ausdrucks." (Fridemann Leipold, Bayern4 Klassik, 28. November 2000)

"I listened to Daniel Mueller-Schott's Bach CD with the greatest pleasure. Daniel is an incredibly talented cellist and musician, with a maturity totally unexpected for someone his age. His understanding and interpretation of the Bach Suites left me totally moved and convinced. He has all my admiration and respect, for his mastery of the instrument and his wonderful musicianship." (Jean-Yves THIBAUDET, January 2001)

CD des Monats Januar:
"Was für ein Debüt! Daniel Müller-Schott spielt das Gipfelwerk der Celloliteratur mit Transparenz und musikalischer Intelligenz. Eine der empfehlenswertesten Aufnahmen überhaupt!" (CD-Geschäft Ludwig Beck am Rathaus, München)

Ein Glücksfall - Daniel Müller-Schotts sensibles Debüt mit Bachs Cello-Suiten
Wenn ein junger Künstler sich der sechs Suiten f‡r Violoncello solo von Johann Sebastian Bach annimmt und damit eine überzeugende Aufnahme vorlegt, zählt das zu den Glücksfällen. Dem 24-jährigen Daniel Müller-Schott ist dies mit seinem Debüt gelungen. Seine Interpretation dieser Hauptwerke der Celloliteratur ist umfassend durchdacht, ohne akademisch zu wirken, dabei sensibel und lustvoll. Daniel Müller-Schott hat die Suiten in der Reihung eins, drei und fünf sowie zwei, vier und sechs eingespielt. Auch in seinen Konzerten gibt der junge Cellist, der 1992, als damals gerade 16-Jähriger den Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb gewann und im vergangenen Jahr mit Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis auf einer weltweiten Tournee war, den Suiten-Zyklus in dieser Anordnung. Dadurch beschließt er den ersten Teil mit der vielleicht komplexesten und in ihrer klanglichen Färbung ungewöhnlichsten der sechs Suiten, der fünften in c-Moll. Auch wenn er dabei Bachs Vorgabe, das Instrument einen Ton tiefer zu stimmen, nicht folgt, gerät ihm die Interpretation überzeugend. Müller-Schotts Tempi sind bestechend. Die Sarabanden nimmt er überwiegend langsamer als der Hörer dies gewohnt ist, die Allemanden eher schneller. Am überzeugendsten gelingt ihm vielleicht die vierte Suite, in der er geradezu durch die Akkordbrechungen, Intervallsprünge und Sequenzvariationen des anspruchsvollen Prelude jagt. Kraftvolle Tongebung, energische Bogenführung, bei der er auch gelegentlich vor ruppigen Einsätzen nicht zurückschreckt, und überzeugende Phrasierungen sind Kennzeichen Daniel Müller-Schotts. Nie wirkt sein Spiel flüchtig oder zufällig. Statt dessen wird deutlich, mit welcher Sensibilitôt und Intensität er sich mit dieser Musik auseinander gesetzt hat. So ist ihm eine wundervolle Einspielung der sechs Cello-Suiten von Bach gelungen. (SZ vom 16.01.2001 - Feuilleton, Evelyn Vogel)

"Ein Jungstar greift nach den Sternen - 24 Jahre ist er gerade alt und legt bereits alle sechs Solosuiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach vor: Daniel Müller-Schott. Der ehemalige Schüler von Schiff und Rostropowitsch wirbelt sich mit brillanter Technik durch dieses Kompendium stilisierter Tanzsätze. Eine hinreissend virtuose Cello-Demonstration, auf deren musikalische und stilistische Entwicklung man risikolos setzen kann." (Münchner Abendzeitung, 21./22. Oktober, Rüdiger Schwarz)

Publikum
Alexander Farenholtz, Leiter des Kultur- und Ereignisprogrammes der EXPO 2000: "Sehr geehrter Daniel Müller-Schott, ich hätte nicht gedacht, dass es bei der Vielzahl der vorhandenen Einspielungen der Bach Solosuiten noch mal eine geben würde, die nach meinem Empfinden alles Vorherige in den Schatten stellt. Nach meinem - natürlich ganz subjektiven - Urteil ist Ihnen das gelungen. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch."

RONDO Magazin
Es gibt große Interpreten, deren schiere Ausdruckskraft und Virtuosität fesseln - auch wenn ihr Ton, ihr Timbre dem Ohr nicht schmeicheln. Deshalb sollte es auch mal erwähnt werden, wenn ein Cello so angenehm klingt, so sonor und doch licht, so tänzerisch und dennoch uneitel, wie hier: Daniel Müller-Schott, dieser gerade mal vierundzwanzigjährige deutsche Künstler, gibt nicht etwa zu großen Hoffnungen Anlass - er ist schon ganz da. Ich kenne kaum eine Gesamtaufnahme der sechs Bach-Suiten, die so unaufwendig elegant und tiefsinnig zugleich wäre. Quellenstudium befeuert sie, ebenso wie ein quasi-improvisatorischer Zug sie personalisiert. Auch legt Müller-Schott in seinem Spiel die roten Fäden bloß, welche sich durch diese Zyklen ziehen; er geht darin nicht ganz so weit wie einer seiner Lehrer, Steven Isserlis, der eine Suite gern in einem Zug durchspielt, ohne Pausen, wie einen einzigen Satz subtil variierter Charaktere. Aber Müller-Schott spannt über jede einen großen Bogen - oder besser: er findet denselben, denn Bach hat ihn ja konzipiert. Nur übersehen das die meisten Cellisten. Eine vorbildliche Edition, komplett mit klugen Notizen des Interpreten im Beiheft. Und selbstverständlich gilt das Lob des "angenehmen Celloklangs" auch der Aufnahmetechnik: Natürlicher geht's gar nicht! (Thomas Rübenacker, 26. Oktober 2000)

 
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